Schneefront "Petra": Deutsche Airports streichen Hunderte Flüge - DER SPIEGEL
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Schneefront "Petra" Deutsche Airports streichen Hunderte Flüge

Wintertief "Petra" sorgt an vielen europäischen und an deutschen Flughäfen für Probleme: Reisende müssen sich auf erhebliche Behinderungen einstellen. In Berlin-Tegel musste ein Drittel aller Flüge wegen der Schneemassen annulliert werden. Auch auf den Straßen kommt es zu vielen Problemen.
Schneefront "Petra": Deutsche Airports streichen Hunderte Flüge
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Schneefront "Petra": Deutsche Airports streichen Hunderte Flüge

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Berlin - Am Frankfurter Flughafen sind infolge des Wintereinbruchs in Europa am Freitag erneut 200 Flüge annulliert worden. Die Streichungen seien aber überwiegend auf Probleme außerhalb Frankfurts zurückzuführen, sagte ein Fraport-Sprecher: Die Start- und Landebahnen am größten deutschen Flughafen selbst waren am Freitag normal in Betrieb.

Zuvor war der Airport in der Nacht für eine Stunde geschlossen worden, um eine ungestörte Räumung der Bahnen vom Schnee zu ermöglichen.

Nach der Räumung hatte es in der Nacht und am Morgen nicht mehr geschneit, so dass der Flugbetrieb ungehindert möglich war. Wie der Fraport-Sprecher sagte, strichen jedoch mehrere Fluggesellschaften von sich aus Verbindungen oder legten Flüge zusammen. Auch wirkte sich aus, dass eine Reihe anderer deutscher und internationaler Flughäfen Probleme hatte, so Amsterdam, München und Belfast.

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Unwetterfront "Petra": Schnee, Sturm, Stau

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Bereits am Donnerstag waren bis Mitternacht in Frankfurt etwa 240 Verbindungen gestrichen worden. Rund 700 Menschen mussten deshalb erneut die Nacht auf dem Flughafen verbringen, wo vor allem im Transitbereich wieder Feldbetten aufgestellt wurden.

Bereits den ganzen Mittwoch über hatte das Schneechaos in Europa den Flugbetrieb beeinträchtigt. Bis zum Abend waren 236 Flüge ausgefallen. Wegen der anhaltenden Schneefälle in Deutschland und Europa hatten 119 Flugzeuge den Frankfurter Flughafen gar nicht erst erreicht.

Berlin-Tegel streicht ein Drittel aller Flüge

Keine Probleme gab es laut Fraport bei der Enteisung der Flugzeuge, da der Schnee jetzt von anderer Konsistenz sei als vor zwei Wochen. Enteist wurden am Freitag bis zum Vormittag den Angaben zufolge 51 Maschinen.

Auf dem Flughafen Berlin-Tegel sind wegen anhaltender Schneefälle am Freitagmorgen rund ein Drittel der Flüge gestrichen worden. In der Zeit von 6.00 bis 8.00 Uhr wurden bereits neun Flüge annulliert. Auch in Berlin hieß es, dass inländische, aber auch innereuropäische Flüge, etwa nach London, betroffen seien.

Seit Donnerstag seien die Winterdienste auf dem Flughafen im Dauereinsatz, sagte der Sprecher. Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld sei hingegen weitestgehend Normalbetrieb. Bisher sei dort nur ein Flug gestrichen worden.

Der Deutsche Wetterdienst sagt für Freitag im Osten und Süden Deutschlands weitere Schneefälle voraus, die anfangs noch unwetterartig sein werden, im Tagesverlauf aber nachlassen. In der Nacht zum Samstag gibt es nur noch vereinzelt Schneefall. Die Temperaturen erreichen dann Tiefstwerte von minus fünf bis minus zehn Grad.

100 Flüge in München annulliert

Auch in Bayern lief der Flugverkehr wegen des Wetters nicht reibungslos. Am Münchner Flughafen wurden rund 100 Flüge annulliert, zahlreiche Flüge waren verspätet, wie ein Sprecher des Münchner Flughafens mitteilte.

Wegen der Schneefälle mussten die Start- und Landebahnen abwechselnd geräumt werden. In vielen Fällen war aber hier nicht das Wetter schuld an den Ausfällen: "Oft sind es Umlaufgründe. Das bedeutet etwa, eine Maschine kann von einem anderen Flughafen gar nicht losfliegen und deshalb nicht hier landen - und dann auch nicht von München aus starten", sagte der Sprecher. Auch am Flughafen in Nürnberg kam es wetterbedingt zu Verspätungen und einigen Annullierungen.

Erhebliche Staus und Behinderungen im Straßenverkehr

Schneefall, Sturm und Eis setzten in der Nacht zum Freitag auch dem Verkehr auf Deutschlands Straßen erheblich zu.

In Hessen fielen in der Nacht an die 20 Zentimeter Neuschnee. Sogar Streudienste blieben auf den Autobahnen liegen. In Frankfurt schliefen so viele Menschen im Stau in ihren Autos ein, dass die Polizei sie wecken musste, damit es weitergehen konnte.

In Nordrhein-Westfalen bildeten sich gegen Mitternacht Staus von insgesamt 185 Kilometern. Helfer vom Deutschen Roten Kreuz und Technischen Hilfswerk versorgten die Gestrandeten mit heißen Getränken.

In Bayern starben auf glatten Straßen drei Menschen. Zwei Männer wollten bei Straubing einem Freund beim Abschleppen helfen und wurden von einem anderen Auto überfahren und getötet. Ein 60-Jähriger Mann starb bei Passau, weil sein Auto von der glatten Straße abkam und gegen einen Baum prallte.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg kam es ebenfalls zu Staus auf den Autobahnen, die nach Unfällen oder querstehenden Lastwagen gesperrt werden mussten.

In Baden-Württemberg begann es am frühen Morgen heftig zu schneien. Teilweise lagen schon 20 Zentimeter Schnee und die Autobahnen waren weiß, wie die Behörden mitteilten.

pad/dpa/dapd