Schneelast Reithalle in Niederbayern eingestürzt
Bernried - Das Dach der Reithalle in der Nähe des niederbayerischen Bernried stürzte in der Nacht zum Sonntag ein. Verletzt wurde niemand, wie ein Polizeisprecher sagte. "Wir hatten großes Glück, bis 18 Uhr herrschte dort noch Reitbetrieb."
Das Holzdach, eine Leimbinderkonstruktion wie in Bad Reichenhall, sei vermutlich wegen der schweren Schneelast eingestürzt. Am Samstagabend fielen den Angaben zufolge rund zehn Zentimeter Schnee in dem Ort nahe Deggendorf. "Auf dem Dach lagen dann schätzungsweise 80 Zentimeter Schnee", sagte der Sprecher. Diesem Gewicht habe die Konstruktion offenbar nicht standgehalten.
Da auch die angrenzenden Stallungen einsturzgefährdet waren, wurden 16 Pferde in Sicherheit gebracht. Der Schaden wird den Angaben zufolge auf eine halbe Million Euro geschätzt.
Beschädigte Leimbinder stehen im Verdacht, für den Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle am 2. Januar verantwortlich zu sein, bei dem 15 Menschen starben und 34 verletzt wurden. In der vergangenen Woche waren aus Sicherheitsgründen eine Sporthalle im unterfränkischen Lohr sowie zwei Eissporthallen in Senden bei Neu-Ulm und Deggendorf gesperrt worden.
In Tschechien kam es zu einem ähnlichen Vorfall: In Ostrava (Ostrau) ist das Dach einer Tankstelle eingestürzt. Verletzt worden sei niemand, teilte die nordmährische Feuerwehr mit. Die Deckenkonstruktion sei auch hier unter der Last von feuchtem Schnee zusammengebrochen.
Erst vor kurzem war deshalb ebenfalls in Ostrava das Dach einer Filiale des deutschen Discounters Lidl eingestürzt. Dabei war eine Angestellte verletzt worden. Bei der anhaltenden Kältewelle wurden in Tschechien am Wochenende Temperaturen bis zu minus 24 Grad befürchtet.