Schneestürme Chaos in Nordeuropa
Kopenhagen/London - In Schottland blieben Hunderte von Schulen geschlossen. Auf den Shetland-Inseln konnte seit Samstag kein Flugzeug mehr landen. Tausende von Haushalten in Schottland und Nordostengland waren ohne Strom. Während in Dänemark auf Straßen, Flugplätzen und in Fährhäfen streckenweise nichts mehr lief, meldeten die Stromversorger in Schweden den höchsten Verbrauch von Elektrizität seit Menschengedenken wegen des Rekordfrosts. Im Bezirk Svealand wurden mit 44 Grad Minus die niedrigsten Temperaturen seit 100 Jahren gemessen.
"Kältefrei" für Schulkinder
Neben dänischen Schulkindern, die im gesamten Bezirk Arhus sowie auf Bornholm und Fünen "kältefrei" bekamen, konnte auch die Polizei in Helsinki dem ungewöhnlich heftigen Wintereinbruch positive Seiten abgewinnen. "Arktische Kälte ist die beste Polizei. Es gibt kein wirkungsvolleres Mittel gegen Straßenkriminalität", sagte Kommissar Reijo Tuovinen nach einem Wochenauftakt ohne jegliche Freiluft-Kriminalität.
Fährverbindungen gestrichen
Weniger gut gelaunt reagierten mehr als eine Million berufstätige Dänen, die wegen heftiger Schneestürme in fast allen Landesteilen nicht zur Arbeit kamen. Der gesamte Straßen- und Bahnverkehr rund um Kopenhagen brach ebenso zusammen wie Fährverbindungen zwischen Gedser und Rostock und zwischen Kopenhagen und Malmö. Auf dem internationalen Flughafen Kastrup konnte nur eine Landebahn benutzt werden, so dass die meisten Flüge abgesagt werden mussten. Die Brücken- und Tunnelverbindungen über den Großen Belt sowie den Öresund waren für Lastwagen und Personenwagen mit Anhängern gesperrt.
Großbritannien: Es schneit und schneit
Für den Norden Großbritanniens sagten die Meteorologen weitere schwere Schneefälle voraus. In der nordenglischen Grafschaft Durham starb ein Mann beim Zusammenstoß eines Privatwagens mit einem Schneepflug, teilte die Polizei mit.
Nordpolen: Vereiste Straßen
Auch die nordpolnische Hafenstadt Szczecin (Stettin) war durch heftige Schneefälle wie gelähmt. Viele Hauptstraßen, darunter die Straße zum deutsch-polnischen Grenzübergang, waren nach Polizeiangaben durch quer stehende Lastwagen blockiert, die sich auf den vereisten Straßen nicht mehr steuern ließen. Die russische Hauptstadt Moskau lag in den vergangenen Tagen ebenfalls unter einer dicken Schneedecke.
Schweden: Autofahrer nackt in Schneewehe
Die Polizei im nordschwedischen Jokkmokk hat einen splitternackten Mann aus seinem in einer Schneewehe stecken gebliebenen Auto befreit. Der Mann berichtete den überraschten Beamten bei mehr als minus 20 Grad, dass er von einem Bekannten aus dessen Haus ausgeschlossen worden sei, als er gerade beim Duschen im Schuppen gewesen war.
Der Entschluss, im Adamskostüm die 200 Kilometer lange Heimfahrt anzutreten, erwies sich als zu gewagt - zumal die Polizeibeamten einen zu hohen Alkoholpegel bei dem Mann feststellten.