Schneesturm "Daisy": Winteralarm in Deutschland - DER SPIEGEL
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Schneesturm "Daisy" Winteralarm in Deutschland

Wohl dem, der sich an diesem Wochenende einigeln kann: Deutschland muss sich auf viel Schnee einstellen, auf Sturm, Verkehrsbehinderungen, mögliche Stromausfälle. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät sogar zu Hamsterkäufen.
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Hamburg - Dauerfrost, Winterstürme und kräftige Schneefälle: Mit Tief "Daisy" drohen am Wochenende in ganz Deutschland chaotische Verkehrsverhältnisse, Stromausfälle und starke Schneeverwehungen. Meteomedia-Meteorologe Andreas Wagner sagt sogar "sibirische Verhältnisse" voraus: Von Freitag bis Sonntag sorgt Tief "Daisy", den Experten zufolge, für ergiebige und intensive Schneefälle, Dauerfrost bis zu zehn Grad Minus, die sich aufgrund des starken Nordostwinds etwa zehn Grad kälter anfühlen. "Es steht uns ein Hochwinter-Wochenende bevor", sagte Wagner. "Besonders in höheren Lagen sind Sturmböen möglich." Auch in der kommenden Woche soll es kalt bleiben.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Jede unnötige Autofahrt solle vermieden werden. Ausreichend Trinkwasser, ein Medikamentenvorrat und Kerzen sollten im Haus sein, sagte der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger. Gut wäre auch ein Batteriebetriebenes Radio für die "immer" möglichen Stromausfälle.

Doch diese Einschätzung teilen andere Experten nicht: Mit Stromausfällen sei eher nicht zu rechnen, da der Pulverschnee sich kaum auf den Leitungen festsetzen werde, sagte der Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation, Frank Böttcher, im Fernsehsender N24. Nach seiner Einschätzung werden innerhalb von drei Tagen in einigen Regionen bis zu 25 Zentimeter Neuschnee erwartet, viele Gebiete bekämen kaum fünf Zentimeter. Auch in Verbindung mit stürmischem Wind werde daraus keine Katastrophenwetterlage, sagte Böttcher. "Mit solchen Äußerungen verspielt man die Chance, dass bei richtig ernsten Lagen den Warnungen noch Glauben geschenkt wird."

Das Technische Hilfswerk bereitete sich dennoch auf einen Großeinsatz vor: "Wir nehmen die Unwetterwarnungen ernst und beobachten die Lageentwicklung in Deutschland", sagte THW-Präsident Albrecht Broemme. Er erwartete Flugausfälle, Zugverspätungen sowie Eis und Schnee auf vielen Straßen.

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Briten, Spanier, Deutsche: Alle bibbern im Eiswinter

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Nach Angaben der Meteomedia Unwetterzentrale hatten bereits am Freitag erste schwache Ausläufer "Daisys" Deutschland erreicht. Unter anderem kam es bei Windböen der Stärke 6 auf der Ostseeinsel Fehmarn zu ersten Schneeverwehungen. Doch das sei erst der Anfang, warnte Meteorologe Wagner.

"Wenn Weichen zugeweht sind, kann kein Zug mehr fahren"

Der Frankfurter Flughafen bat Passagiere, sich auf Verspätungen und Flugausfälle einzustellen. Die Deutsche Bahn rüstete sich ebenfalls: Die angekündigten 20 Zentimeter Neuschnee bereiteten aber keine Sorgen, sagte ein Sprecher in Berlin. Problematisch könnten Schneeverwehungen im Flachland sein. "Wenn Weichen zugeweht sind, kann kein Zug mehr fahren."

Am Freitag kam es an den meisten deutschen Flughäfen zu Behinderungen. In Stuttgart wurde am Freitagmorgen zweimal die Start- und Landebahn gesperrt, damit der Winterdienst Schnee räumen konnte.

Grenzübergänge geschlossen

Nicht nur in Deutschland, auch im Ausland sorgte winterliches Wetter für Chaos: Wegen andauernder Schneefälle hat Tschechien am Freitag die vorübergehende Schließung zweier Grenzübergänge für den Lastwagenverkehr angekündigt. Betroffen sind die Grenzen zu Deutschland bei Rozvadov und zur Slowakei bei Lanzhot, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK meldete.

Auf den Straßen der spanischen Pilgerstadt Santiago de Compostela löste der Schnee ein Verkehrschaos aus. In den schottischen Highlands froren die Menschen in der Nacht zu Freitag bei bis zu minus 21,6 Grad. Der Bahn- sowie der Flugverkehr waren unter anderem in London Gatwick, Heathrow und Stansted behindert - in Großbritannien meldeten weiterhin Tausende Schulen unterrichtsfrei.

Auch in Russland kam in einigen Landesteilen der Verkehr fast zum Erliegen. In Frankreich wurden mehrere Autobahnen wegen des Schnees gesperrt. In Albanien befanden sich rund um die Stadt Shkodra mehr als 2000 Häuser und 9000 Hektar Land unter Wasser - knapp 3500 Menschen mussten aus den Flutgebieten in Sicherheit gebracht werden.

jdl/dpa/AFP

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