Schreck in Kiel Bombenattrappe in Simonis' Post
Kiel - Als sie die Umrisse von Kabeln sahen, die sich durch das Packpapier drückten, reagierten die Mitarbeiter der Poststelle sofort. Sie durchleuteten das 20 Zentimeter lange Paket, das an Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) adressiert war, mit einem Röntgengerät und erschraken: Im Inneren des Paketes befanden sich Kabel, eine Batterie und ein weißes Pulver.
Um 10.47 Uhr alarmierte der Sicherheitsbeauftragte des Landtages die Polizei. Zugleich wurde das Finanzministerium, in dem Teile der Staatskanzlei untergebracht sind, komplett geräumt. 250 Mitarbeiter standen Minuten später im Freien. Aus Groß-Nordsee im Kreis Rendsburg-Eckernförde rückte der Kampfmittelräumdienst an.
20 Minuten später gaben die Sprengstoffexperten Entwarnung. "Es war nur eine gute gemachte Attrappe", sagte eine Polizeisprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE. Bei dem Pulver handele es sich vermutlich um Gips. Nach einer Stunde konnten die Regierungsmitarbeiter in ihre Büros zurückkehren. Das Paket und sein Inhalt werden jetzt durch Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes untersucht.
Seit der Landtagswahl vom 20. Februar wird die Post an die Landesregierung noch strenger kontrolliert als zuvor. Fast täglich gingen Droh- und Schmähbriefe bei ihnen ein, berichtet der Sicherheitsbeauftragte des Landtags. Erst vor wenigen Wochen hatte die Landespolitikerin Anke Spoorendonk (SSW) eine Morddrohung erhalten. Sie steht seither unter Polizeischutz.
Jörg Diehl