Schüler quälten Schüler: Lust an der Gewalt - DER SPIEGEL
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Schüler quälten Schüler Lust an der Gewalt

Ein Regime von Angst und Terror herrschte an einer Schule im niedersächsischen Stadthagen: 65 Jugendliche sollen regelmäßig andere Schüler verprügelt, gequält und misshandelt haben. Besonders an Geburtstagen schlugen sie zu. Als Grund vermutet die Staatsanwaltschaft, es habe den Schlägern schlicht Spaß gemacht, ihre Opfer zu quälen.
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Stadthagen - Die jugendlichen Schläger sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft wie ihre Opfer zwischen 13 und 16 Jahre alt und besuchen die Haupt- und Realschule in Stadthagen. Sie sollen ihre Mitschüler vor allem dann misshandelt haben, wenn diese Geburtstag hatten oder im Unterricht gelobt worden waren.

Das eigentliche Motiv der Taten ist jedoch unklar. "In einzelnen Fällen wurden die Opfer um Geld erpresst. In der Mehrzahl der Fälle scheint aber die Lust an der Gewalt im Vordergrund gestanden zu haben", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Seit mindestens einem Jahr soll die 600 Schüler zählende Lehranstalt Schauplatz des Rituals gewesen sein. "Es scheint, dass es von abgehenden Schülern auf die jüngeren überliefert wurde", so der Sprecher.

Ein 15-Jähriger sitzt nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits in Untersuchungshaft. Der einschlägig vorbestrafte Jugendliche soll einem Mitschüler, der als Zeuge ausgesagt hatte, gedroht haben, ihn "kaltzumachen", wenn er die Anzeige nicht zurücknehme. Die Anklagebehörde habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Drohungen Haftbefehl wegen Verdunklungsgefahr gegen den Minderjährigen beantragt. In den nächsten Wochen werde entschieden, ob gegen den Jungen und mutmaßliche Komplizen Anklagen wegen Erpressung und gefährlicher Körperverletzung erhoben werden, so die Staatsanwaltschaft.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten im Juni von den Angriffen erfahren und mit einem Aufruf an Schüler, Eltern und Lehrer um Hinweise gebeten, die die Mauer des Schweigens brechen könnten.