Schwarzwald: Gasexplosion in Freizeitheim - DER SPIEGEL
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Schwarzwald Gasexplosion in Freizeitheim

Bei einer Gasexplosion in einem Freizeitheim im Schwarzwald sind 22 Menschen verletzt worden, darunter viele Kinder. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war im Einsatz. Unterdessen klärt sich die Ursache einer tödlichen Detonation in Franken vor rund einer Woche.
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St. Georgen - Gegen 18.40 Uhr ging der Notruf ein. Kurz zuvor hatte es in einem Freizeitheim in St. Georgen eine Explosion gegeben. Durch die Wucht der Detonation wurden Mauerteile des rund 200 Jahre alten Gebäudes weggesprengt. Das Haus neigte sich zur Seite, wurde völlig zerstört, geriet aber nicht in Brand. 22 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Ein sieben Jahre altes Mädchen und eine 44 Jahre alte Frau schwebten am Samstagabend noch in Lebensgefahr, teilten Polizei und Rettungsdienst mit. Sie wurden von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt. Unter den Verletzten befinden sich den Angaben zufolge elf Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren sowie zwei 17 Jahre alte Jugendliche.

Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich den Angaben zufolge 20 Menschen in dem Gebäude, zwei hätten sich vor dem Haus aufgehalten. Bei den Betroffenen soll es sich um eine Gruppe eines katholischen Bildungswerkes in Reutlingen gehandelt haben. In den Trümmern werde niemand mehr vermisst, hieß es. Zwei Stunden nach der Explosion seien alle Verletzten versorgt gewesen. Sie seien durch herabstürzende Trümmerteile, Verbrennungen und durch die Druckwelle der Explosion verletzt worden. Einige hätten zudem giftige Gase eingeatmet.

Nach dem Notruf war ein Großaufgebot von 200 Rettungskräften aus drei Landkreisen angerückt. Wie Einsatzkräfte berichteten, war der Zugang zu dem in den Bergen gelegenen Ort schwierig. Zudem nahte eine Gewitterfront. Als Ursache für das Unglück wurde eine undichte Gasleitung vermutet. Eine Polizeisprecherin korrigierte kurz vor Mitternacht erste Vermutungen, wonach ein Flüssiggastank explodiert sei. Der Tank außerhalb des Gebäudes sei nicht beschädigt, sagte sie. Daher komme wohl eher eine defekte Leitung als Ursache in Betracht. Der Tank für das Flüssiggas befand sich rund zehn Meter neben dem Gebäude, das von der örtlichen Kirchengemeinde betrieben wird.

Explosion in Lehrberg: Monteuer hatte "Blackout"

Erst vor rund einer Woche hatte eine Gasexplosion im fränkischen Lehrberg eine Bäckerei völlig zerstört und fünf Menschen in den Tod gerissen. 16 wurden verletzt. Inzwischen verdichteten sich Hinweise zur Ursache. Der Fehler eines Monteurs soll zu der verheerenden Explosion geführt haben. Die Staatsanwaltschaft Ansbach teilte am Samstag mit, der mit der Wartung des Gas-Tanks beauftragte Monteur habe vor dem Unglück am 22. September das Einfüllventil festschrauben wollen. Doch statt es ins Gewinde zu drehen, habe er es mit dem Schlagschrauber herauszogen. Dies habe die Untersuchung des Ventils und des Werkzeugs ergeben, die nach der Explosion unter den Trümmern der eingestürzten Bäckerei gefunden worden seien.

"Es sieht alles nach einem Blackout aus", sagte Staatsanwalt Erwin Porzner. Nach dem Herausdrehen des Ventils sei das Flüssiggas mit einem Druck von sechs Bar pro Sekunde aus dem Tank geschossen. Der Monteur habe dies nicht mehr aus eigener Kraft stoppen können. Er habe daraufhin die Anwohner gewarnt. 19 Minuten nach dem Notruf bei der Polizei kam es zu der Explosion. Die Staatsanwaltschaft Ansbach ermittelt nun gegen den Monteur unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Verursachung einer Explosion.

Am Samstag wurden drei Opfer der Explosion beigesetzt. Die Beerdigung des 42 Jahre alten Bäckermeisters und seiner 71-jährigen Mutter in Lehrberg fand im engsten Familienkreis statt. In Weidenbach wurde zeitgleich die 17 Jahre alte Auszubildende der Bäckerei beerdigt. Die beiden anderen durch die Explosion getöteten Menschen, ein 35 Jahre alter Bäcker und eine 34 Jahre alte Verkäuferin, waren bereits in den vergangenen Tagen beigesetzt worden.

fok/dpa/ddp/AP/AFP