Handschuhe, Schnüre und Netze Hirsch mit sechs Kilo Müll im Magen getötet
Mageninhalt des erlegten Hirschs in Graubünden: Kiloweise Plastik
Foto: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden/DPAIn der Schweiz haben die Behörden einen Hirsch erlegen lassen, der sechs Kilogramm Plastik im Magen hatte. Das Tier war zum Sicherheitsrisiko geworden, weil es sich in zwei Dörfern im Kanton Graubünden an Komposthaufen und Vogelhäuschen zu schaffen gemacht hatte, wie das Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden mitteilte .
Der Hirsch habe deshalb getötet werden müssen. Bei der Untersuchung des Kadavers seien sechs Kilogramm Plastikmüll entdeckt worden, darunter Plastikhandschuhe, Schnüre und Vogelfutternetze. Beim ersten Schnee locke das Nahrungsangebot etwa auf Komposthaufen oder in Vogelhäuschen Tiere in die Bergdörfer, hieß es.
Es sei schwierig, sie vor Plastik zu schützen, sagte Reinhard Schnidrig vom Bundesamt für Umwelt im Schweizer Rundfunk. Tiere nähmen auf der Suche nach Futter auch Plastikabfälle auf, wenn darin Nahrungsmittel verpackt seien und sie entsprechend röchen.
"Deckt organische Abfälle zu!"
Es sei wichtig, organische Abfälle vor Wildtieren zu schützen, vor Hirschen und Rehen, aber vor allem auch vor Bären und Wölfen, sagte Schnidrig: "Deckt organische Abfälle zu, stellt diese Komposthaufen so in eure Gärten, dass sie eben nicht von Wildtieren angegangen werden können."
Erst vor Kurzem hatte ein ähnlicher Fall aus Thailand Aufsehen erregt: Dort hatten die Behörden einen Hirsch entdeckt, in dessen Magen sich sieben Kilo Müll befanden - etwa eine Unterhose, Plastiktüten, Instant-Kaffeebeutel und Gummihandschuhe.
Toter Hirsch in Thailand: Plastik im Bauch
Wenige Monate zuvor hatte der Tod eines anderen Tiers wegen großer Mengen Plastik im Verdauungstrakt mediale Aufmerksamkeit ausgelöst: Das Dugongbaby "Marium" starb im August dieses Jahres. Das verwaiste Tier war im April in Thailand gestrandet und erhielt den Beinamen "Liebling der Nation". Helfer hatten die Welt über die sozialen Medien über die Pflege der Seekuhwaise auf dem Laufenden gehalten.
Die behandelnde Tierärztin schrieb in einem Facebook-Beitrag, der Tod des Dugongbabys solle für die Menschen ein Weckruf für den Umweltschutz sein.