Schweiz Schnee sorgt für Verkehrschaos
Zürich - Heftige, von Gewittern begleitete Schneefälle haben am Samstag an der Schweizer Alpensüdseite zu massiven Verkehrsbehinderungen auf Straße und Schiene geführt. In den Bergen herrschte zudem große Lawinengefahr. Dies betreffe die Steilhänge aller Höhenlagen oberhalb von rund 1800 Metern, erklärte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos. Auf der fünfstelligen Skala sei Stufe vier erreicht.
Seit Donnerstag ist am Alpensüdhang gebietsweise rund ein Meter Neuschnee hinzugekommen, sagte Daniel Gerstgrasser von MeteoSchweiz. Laut den Karten des Davoser Lawineninstituts liegt im Gotthardgebiet und in der Lukmanier-Region mehr als doppelt so viel Schnee wie im langjährigen Durchschnitt.
Die San-Bernardino-Route der A13 wurde auf der Südseite für den gesamten Verkehr gesperrt. Auf der Gotthardautobahn A2 waren zwischen Biasca und Airolo für PKW Schneeketten nötig. Der Schwerverkehr wurde am Gotthard nicht mehr zugelassen und schon bei der Einreise in die Schweiz in Chiasso zurückgehalten. Weil auch der Simplonpass wegen Lawinengefahr gesperrt wurde, blieb für die Alpenquerung einzig die Strecke durch den Tunnel am Großen St. Bernhard offen.
Zahlreiche Pässe gesperrt
Massiv eingeschränkt waren die Zufahrten ins Engadin. Die Pässe Flüela, Albula, Julier, Maloja und Bernina waren gesperrt. Erreichbar war das Engadin noch von Österreich her sowie von Italien über den Ofenpass und mit Autozügen
Die SBB stellte auf der Gotthardstrecke am Samstagmorgen zwischen Lavorgo und Airolo auf Einspurbetrieb um. Ein Zug in Richtung Norden blieb im Schnee stecken. Die Passagiere mussten in Ambri-Piotta umsteigen und kamen mit rund einer Stunde Verspätung in Zürich an. Praktisch zum Erliegen kam der Verkehr zudem auf der Simplonachse, weil im Süden neben dem Schnee auch die Steinschlagwarnung ausgelöst wurde.
"Wir fahren nur noch tröpfchenweise und auf Sicht", sagte SBB-Sprecher Reto Kormann. Behinderungen und Streckenunterbrüche gab es auch auf dem Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn: Die Oberalpstrecke wurde wegen Lawinengefahr für den ganzen Samstag gesperrt. Reisende des Glacier Express wurden über Lötschberg-Bern-Zürich-Chur umgeleitet. Bei der Autoverladung durch die Furka fahren die Züge ab Andermatt statt ab Realp, weil die Zufahrt dorthin wegen Lawinengefahr gesperrt war.