Schweiz und Österreich Schlammlawinen töten vier Menschen
Bern/Wien - Die 50-jährige Frau konnte nur noch tot geborgen werden, nachdem in der Nacht Schlammmassen ihr Haus im Dorf Gasen in der Steiermark weggerissen hatten. Suchhunde spürten die Leiche auf. Die 77-jährige Schwiegermutter der Getöteten wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA erlag sie heute Vormittag ihren Verletzungen. In Graz, der Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark, ist die Lage nach den Wolkenbrüchen vom Wochenende immer noch angespannt. Teile der Stadt waren überschwemmt, zweitweise wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten versuchten mit Sandsäcken, Schlimmeres zu verhindern.
Im Schweizer Kanton Luzern wurden in der Nacht zwei Feuerwehrmänner von Erdrutschen verschüttet und getötet. Sie waren nach Polizeiangaben mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Durch die Unwetter wurden in der Zentralschweiz Straßen und Eisenbahnverbindungen unterbrochen. In vielen Kantonen wurde Hochwasseralarm ausgelöst, an zahlreichen Stellen gingen Schlammlawinen nieder.
In Wettingen im Kanton Aargau wurden zwei Baumaschinen von den Fluten mitgerissen, darunter ein 20-Tonnen-Bagger. Das Gebiet um die Gemeinde Entlebuch im Kanton Luzern war nach Erdrutschen von der Umwelt abgeschnitten, wie der Krisenstab bekannt gab. In mehreren Gemeinden fiel der Strom aus. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die Häuser nicht mehr zu verlassen. Auch die Schulen bleiben vorerst geschlossen.