Schweizer Alpen Zwei Bergsteiger sterben am Eiger
Eiger (l.): Zwei Alpinisten sind an der Westflanke gestorben
Foto: FABRICE COFFRINI/ AFPGrindelwald/Oberstdorf - Nur zwei Tage nach dem Absturz von fünf deutschen Alpinisten sind in den Schweizer Alpen zwei weitere Bergsteiger aus dem Ausland zu Tode gekommen. Sie starben unter noch ungeklärten Umständen an der Westflanke des 3970 Meter hohen Eiger im Berner Oberland, teilte die Polizei am Freitag mit.
Die Leichen seien am Donnerstagabend von Rettungskräften geborgen worden. Die Untersuchung zu den Todesumständen sowie die Identifikation der Bergsteiger seien noch im Gang, hieß es bei der Kantonspolizei Bern. Es handelt sich bei den Toten vermutlich nicht um Bundesbürger. "Momentan gehen wir davon aus, dass es sich nicht um Deutsche handelt", sagte eine Polizeisprecherin.
Die zwei Alpinisten waren am Donnerstagmorgen als vermisst gemeldet worden. Daraufhin leitete die Polizei eine Suchaktion ein, an der auch Rettungsflieger der Air Glacier mit Hubschraubern sowie Helfer des Schweizer Alpenclubs (SAC) beteiligt waren. Sie entdeckten die Leichen an der Eigerwestflanke.
In den Allgäuer Alpen stürzte am Donnerstag ein Mann von einer Felswand rund 60 Meter tief in den Tod. Der 64-Jährige aus dem hessischen Main-Taunus-Kreis war mit seiner Frau und seinem Schwager auf einer Wandertour im Landkreis Oberallgäu zum Gaisalpsee unterwegs. Wegen Schmerzen in den Knien musste ihn sein Schwager nach einiger Zeit stützen. An einer flachen Stelle strauchelte der 64-Jährige und stürzte die nahezu senkrechte Felswand hinunter. Ein Rettungshubschrauber wurde verständigt. Der Notarzt konnte den Verunglückten aber nicht wiederbeleben.
Erst am Dienstag waren fünf Hobbybergsteiger aus Deutschland im Kanton Wallis in der Südwestschweiz umgekommen. Sie stürzten beim Abstieg vom 4010 Meter hohen Lagginhorn eine steile Felswand hinunter. Die genaue Ursache dafür stand laut Polizeiangaben auch am Freitag noch nicht fest. Die Behörden vermuten, dass die Verunglückten nach einer plötzlichen Glatteisbildung auf einem Felsvorsprung ausgerutscht sind.
Insgesamt kamen 2011 in der Schweiz beim Bergsteigen oder Bergwandern 151 Menschen bei 135 Unfällen ums Leben. 29 von ihnen waren Ausländer. Der Deutsche Alpenverein (DAV) schätzt das Risiko, auf einer Hochtour tödlich zu verunglücken, als "sehr gering" ein. Laut DAV ist die Anzahl der Todesfälle unter den Vereinsmitgliedern seit Ende der achtziger Jahre konstant geblieben. Allein bei den boomenden Klettersteig-Begehungen habe sich die Unfallanzahl vervierfacht. Die vielen neuen Fun-Klettersteige würden auch unerfahrene und unfallgefährdetere Wanderer - darunter auch Familien - anziehen.