AFFÄREN Schweizer Grusical
Er hat Charme, sie ein Dekolleté. Und das ähnele, sagte er, einem »optischen Selbstbedienungsladen«. Er ist Thomas Borer-Fielding, der lustigste Botschafter, den die bis dato eher lendenlahme Schweiz je hervorgebracht hat. Sie, Gattin Shawne, eine echte Ex-Miss-Texas und blonder als die Wüste. Beide zusammen waren ein Glücksfall für Berlin, als es da noch lustig war. Doch dann kam die Nacht zum 21. März. Eine spärlich bekleidete Frau,"Minirock«, »halterlose Strümpfe«, so wollte es das Schweizer Boulevardblatt »SonntagsBlick« herausgefunden haben, verschwand mit dem Schweizer Diplomaten in seiner Botschaftstiefgarage. Die erotischen Details gab die Visagistin Djamile Rowe anschließend exklusiv dem Blatt zu Protokoll, Borer-Fielding verlor seinen Job, seine schwangere Frau ihr Kind; der Ringier-Verlag, in dem der »SonntagsBlick« erscheint, triumphierte. Doch dann widerrief Rowe ihre Sex-Aussage, und Ringier musste sich teuer entschuldigen. Seitdem probte sich das Paar wacker, wenn auch vergeblich, in diversen Comebacks: sie als Musical-Star, er als Talkmaster. Gleichzeitig will es die fiesen Medien verklagen: In SPIEGEL ONLINE kündigte der ehemalige Botschafter an, in den USA Klage gegen RTL, Sat.1, Burda und den Verlag Milchstraße zu erheben, Klageziel: Schmerzensgeld in unbekannter Höhe. Die Invasion seines Privatlebens wolle er nicht hinnehmen, erklärte Thomas Borer-Fielding bei Johannes B. Kerner, während seine Frau unter Tränen die gute Nachricht unters Volk brachte: Sie sei wieder schwanger.