Schweres Seebeben Behörden rechnen mit 2000 Toten in Indonesien
Jakarta - Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von bis zu 8,7 auf der Richterskala lag vor der Westküste Indonesiens im Indischen Ozean. Es war eines der acht stärksten weltweit seit 1900.
Es müsse mit bis zu 2000 Toten gerechnet werden, sagte Indonesiens Vize-Präsident Jusuf Kalla heute im Hörfunk. Schwere Schäden gab es nach Angaben der indonesischen Polizei vor allem auf der Insel Nias. Die größte Stadt der Insel, Gunungsitoli, sei bis zu 75 Prozent zerstört worden.
Seebeben: Behörden rechnen mit bis zu 2000 Toten
Die Erdstöße ereigneten sich gegen Mitternacht (18.09 Uhr MESZ) und führten zu Panik unter der Bevölkerung in Küstenteilen Indonesiens, Sri Lankas, Indiens, Thailands und Malaysias. Sirenen heulten und Tausende Menschen versuchten sich aus Angst vor Tsunamis in höher gelegen Gebiete in Sicherheit zu bringen. In Thailand flohen den Behörden zufolge 3000 bis 4000 Urlauber von den Stränden von Patong und Kamala auf der beliebten Ferieninsel Phuket.
Doch auch mehrere Stunden nach dem Beben war keine Flutwelle in Sicht und Thailand, Sri Lanka und Indien hoben ihre Tsunami-Warnungen wieder auf. "Am Epizentrum wurde kein großer Tsunami registriert", teilte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii mit. Zunächst hatte das Zentrum gewarnt, das Beben könnte möglicherweise sehr zerstörerische Flutwellen auslösen. An den zu Australien gehörenden Cocos-Inseln südlich von Sumatra stieg der Wasserstand zunächst um 10 und dann um 25 Zentimeter, wie die meteorologische Behörde des Landes mitteilte. Bei dem Seebeben im Dezember sei das Wasser um 33 Zentimeter gestiegen.
3D-Modell der Crashzone: "Riesige Spannungsänderungen"
Foto: REUTERS/ Royal Navy
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Vermutlich habe das Beben seine Energie in südlicher Richtung abgegeben, sagte Robert Cessaro vom Warnzentrum auf Hawaii dem TV-Sender CNN. Im Gegensatz dazu habe das vorherige Beben seine Energie nach Norden abgestrahlt. Susan Hough vom US Geological Survey sagte, der Tsunami könne mehrere Stunden später an der Ostküste Afrikas nahe Madagaskar auftreten. "Von seiner Ausrichtung her ist er vielleicht nicht so gefährlich wie der andere", sagte sie. Ein Sprecher des Instituts sprach von einem Nachbeben der Dezember-Erdstöße.
Am 26. Dezember hatte ein Seebeben der Stärke 9 im indischen Ozean einen Tsunami ausgelöst, der mit der Geschwindigkeit eines Passagierjets auf die Küsten südostasiatischer Länder zurollte. Mehr als 174.000 Menschen kamen ums Leben, 106.000 werden bis heute vermisst.