Schweres Unglück in Sizilien Zug prallte gegen Brücke
Palermo - Der Zug befand sich auf dem Weg von Palermo nach Venedig. Die Brücke sei eingestürzt und habe mindestens einen der sieben Wagen des Zuges unter sich begraben. Die Rettungsmannschaften setzen am Sonntag ihre Suche nach Opfern fort. Zunächst war von mindestens sechs Toten und bis zu 30 Verletzten ausgegangen worden.
An Bord des Zuges seien 190 Menschen gewesen, teilte die Polizei weiter mit. Die Unglücksursache sei noch unklar. Unter den Toten seien vier Mitglieder einer marokkanischen Familie und eine Sizilianerin, die in Deutschland lebe. Ebenfalls getötet wurde einer der Lokführer. Ein zweiter Lokführer und ein Säugling seien in kritischem Zustand, teilte die Eisenbahngesellschaft mit.
Eine Zuginsassin sagte der Nachrichtenagentur ANSA: "Überall fiel das Gepäck herunter, es gab Schreie, Angst. Ich floh durch ein Fenster und half anderen, zu entkommen. Es war Furcht erregend."
Italienische Politiker machten den Zustand des Eisenbahnnetzes in den ärmeren Regionen im Süden Italiens für das Unglück verantwortlich. "Sizilien wurde Jahrzehnte lang vergessen und vernachlässigt", sagte Senator Domenico Nania. Züge aus Sizilien setzen mit großen Fähren auf das italienische Festland über.