Sebnitz: Ermittler wollen weitere 130 Zeugen befragen - DER SPIEGEL
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Sebnitz Ermittler wollen weitere 130 Zeugen befragen

Mindestens 130 Menschen will die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit dem ungeklärten Tod des kleinen Joseph in nächster Zeit befragen. Die Familie des Jungen setzt nach Angaben ihrer Betreuer jetzt mehr Vertrauen in die Behörden.
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Dresden - "Die Eltern hoffen jetzt auf zügige Ermittlungen und betrachten die damit befassten Beamten als kompetent", sagte der Berliner Politologe Hajo Funke, der die deutsch-irakische Apothekerfamilie derzeit betreut. Der sechsjährige Joseph war 1997 im Schwimmbad von Sebnitz ertrunken. Die Eltern glauben nicht an einen Badeunfall, sondern gehen von einem Mord mit rechtsextremem Hintergrund aus.

Die Staatsanwaltschaft kündigte indessen an, noch mindestens 130 weitere Zeugen befragen zu wollen. Bisher seien bereits 120 Menschen vernommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Claus Bogner. Nach wie vor gebe es keine Hinweise, die für einen gewaltsamen Tod des Kindes sprächen. Wann die Befragungen abgeschlossen werden, konnte Bogner nicht sagen. Es sei ebenso unklar, wann das Ergebnis des inzwischen von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen dritten gerichtsmedizinischen Gutachtens zum Tod des Jungen vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Josephs Mutter, die für falsche Zeugenaussagen Geld bezahlt haben soll. Diese Aussagen hatten die These von einem rechtsextrem motivierten Mord gestützt.

Der Polizeischutz des Hauses der Familie soll auch in dieser Woche aufrechterhalten werden, hieß es. "Die Tatsache, dass Eltern und Tochter nun abgeschirmt und nicht mehr so stark von den Medien belagert werden, hat die Familie zweifellos beruhigt", meinte Funke. Zusammen mit Freunden, dem Anwalt und dem Betreuer habe die Familie ein relativ ruhiges Wochenende verbracht.