Sebnitz Staatsschutz ermittelt wegen Drohbriefen
In den Fall des immer noch ungeklärten Todes des kleinen Joseph im sächsischen Sebnitz hat sich jetzt auch der Staatsschutz eingeschaltet. Grund sind zahlreiche Drohbriefe an die Eltern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Dresden - Mindestens zwölf der bislang 50 registrierten Drohbriefe an die Apotheker-Familie Kantelberg-Abdulla hätten einen strafrechtlich relevanten Inhalt, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Freitag mit. Unter anderem enthielten sie Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Es handele sich vorwiegend um Parolen und Zeichen aus dem rechtsextremen Spektrum.
Zum Teil offen erklärter Hintergrund für die Drohbriefe sind die Vorgänge um den Tod des kleinen Joseph. Der Junge war 1997 im Sebnitzer Schwimmbad ertrunken. Die Familie glaubt nicht an einen Badeunfall und hatte öffentlich ein Tötungsverbrechen durch Neonazis vermutet. Diese Behauptung hatte die Kleinstadt Sebnitz negativ in die Schlagzeilen gebracht.