Sensation Storchenpaar brütet Golfbälle aus
Krogaspe - In zwei Gelegen hatten die offenbar verwirrten Tiere jeweils zehn und drei Bälle zusammengetragen, erklärte Golflehrer Chris Parker. Zwar steuerten Störche die Anlage häufig an, "normalerweise fliegen sie aber wieder nach Hause, wenn sie sich bei uns voll gefressen haben", fügte er hinzu. Der Naturschutzbund (Nabu) sprach angesichts der Eier-Verwechslung bereits von einer biologischen Sensation.
"Normalerweise sind Störche keine Bodenbrüter", betonte Nabu-Experte Georg Fiedler. Zwischen 1894 und 1997 hätten bundesweit nur 16 Storchenpaare versucht, ihr Gelege auf dem Boden auszubrüten. Die Golfplatz-Aktion der beiden Langbeine könne bis zu drei Wochen dauern, prognostizierte Fiedler. Mitunter bebrüteten Störche zwei Monate lang ein abgestorbenes Gelege.
Dass die Golfbälle nur halb so groß sind wie Storcheneier, scheint die Tiere dabei nicht zu irritieren. Fiedler geht davon aus, dass das Storchenpaar, das in den vergangenen Jahren auf einer Mast-Plattform in Krogaspe ein Nest baute, sein diesjähriges Gelege im Kampf mit einem Artgenossen verloren hat. Mit dem Ausbrüten der Bälle versuchten die zwei verzweifelt, verlorene Zeit aufzuholen, vermutete er.