Sensible Seele - DER SPIEGEL
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MODE Sensible Seele

• aus DER SPIEGEL 1/2003
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Es war ein frostiger Januar-Tag im Pariser Centre Pompidou, als Yves Saint Laurent, 66, dem Laufsteg für immer adieu sagte. An seiner linken Seite trauerte die Schauspielerin Catherine Deneuve, ihr vermachte der Couturier sein letztes Stück, ein Wolljackett mit aufgestickten goldenen Ähren, an seiner rechten das Model Laetitia Casta, beide als Frankreichs Marianne in Gips verewigt, beide Musen für Saint Laurents perfekte Kreationen. Der größte lebende Modeschöpfer begann in den fünfziger Jahren bei Christian Dior und schuf 1962 das Label YSL, eines der glamourösesten und erfolgreichsten der Branche. Nach 40 Jahren ist Saint Laurent erschöpft, die sensible Seele ausgebrannt, das Haus verkauft an die aufstrebende Gucci-Gruppe. Nun hat er auch noch die Haute Couture aufgegeben. Sein größtes Verdienst war es, sagt Yves Saint Laurent, als erster Designer Frauen in Hosenanzüge gesteckt zu haben. Wie auch seine Kundin Prinzessin Diana: Die hatte einmal behauptet, sie spreche nur drei Worte Französisch: »Yves. Saint. Laurent«.

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