Serienmörderin hingerichtet Todes-Maid starb durch Giftspritze
Washington - Die 46-Jährige, die als "Maid des Todes" in die Kriminalgeschichte des US-Bundesstaates einging, starb im Gefängnis von Starke an der Giftspritze. Sie war die zweite Frau, die in Florida seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 exekutiert wurde. In der gleichen Zeit wurden 51 Männer hingerichtet. Gouverneur Jeb Bush, der Bruder von US-Präsident George W. Bush, hatte nach einer letzten psychiatrischen Untersuchung Wuornos entschieden, die Hinrichtung vollziehen zu lassen.
Wuornos' Fall lieferte den Stoff für Filme, Bücher und eine Oper. Zwischen Dezember 1989 und Januar 1991 brachte sie an regnerischen Tagen mindestens sechs Liebeskunden um, nach eigener Darstellung auch noch einen siebten. 1992 wurde sie zum Tod verurteilt. Zunächst beteuerte sie ihre Unschuld. Sie sei vergewaltigt worden und habe die Männer in Selbstverteidigung erschossen. Doch bald gestand sie, dass sie die Menschen hasse und wieder töten würde, wenn sie es könnte.
"Ich bin jemand, der menschliches Leben hasst und wieder töten würde", hatte Wuornos in einem Brief an das Gericht geschrieben. "Ich bin so schuldig, wie man nur sein kann", erklärte sie während des Prozesses. "Die Welt soll wissen, dass ich diese Männer getötet habe - kalt wie Eis."
Ihr ehemaliger Verteidiger Billy Nolas erklärte, Wuornos leide unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung - darunter versteht man psychiatrische Störungen, die auf Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen in der Kindheit zurückzuführen sind.
Wuornos wuchs bei ihren Großeltern auf. Ihr Vater beging Selbstmord im Gefängnis, wo er eine Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs verbüßte. Im Alter von 14 Jahren wurde Wuornos schwanger, mit 15 wurde zur Prostituierten. "Sie ist die am stärksten gestörte Persönlichkeit, die ich je vertreten habe", sagte Nolas. Staatsanwalt John Tanner erklärte jedoch nach Gesprächen der Todeskandidatin mit Psychologen, Wuornos mache einen sehr vernünftigen und klarsichtigen Eindruck. "Sie weiß genau, was sie tat."