Sex-Prozess: "Bounty"-Nachfahren scheitern mit Berufung - DER SPIEGEL
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Sex-Prozess "Bounty"-Nachfahren scheitern mit Berufung

Nachdem sie im vergangenen Jahr wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, sind sechs Nachkommen der Meuterer von der "Bounty" mit ihrer Berufung zunächst gescheitert. Die Männer von der winzigen Pazifikinsel Pitcairn hatten vor Gericht angeführt, dass für sie das angewandte britische Recht nicht gelte.
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Wellington - Die Anwälte hatten argumentiert, dass Pitcairn seit der Meuterei von 1789 nicht mehr der britischen Gerichtsbarkeit unterstehe. Auch seien Gesetze zum Verbot des Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen auf der Insel nie öffentlich bekannt gegeben worden. Sie beklagten zudem Prozessmissbrauch, da die ihren Mandanten zur Last gelegten Straftaten bis zu 30 Jahre zurücklägen.

Das oberste Gericht von Pitcairn mit Sitz im neuseeländischen Auckland wies die Einwände der Verteidigung jedoch zurück. Der Fall werde an den Privy Council in London und damit an die höchste britische Rechtsinstanz verwiesen, erklärte der Richter. Die Verurteilten blieben aber weiter auf freiem Fuß, meldete der Rundfunksender Radio New Zealand.

Ende Oktober waren vier der Angeklagten wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe zu Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren verurteilt worden. Zwei weitere müssen nach dem Richterspruch gemeinnützige Arbeit leisten. Unter der Verurteilten ist auch Pitcairns Bürgermeister Steve Christian, ein direkter Nachfahre des Anführers der legendären Meuterei, Fletcher Christian.

Pitcairn liegt etwa 5000 Kilometer vom Festland entfernt auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Südamerika und ist nur etwa 35 Quadratkilometer groß. Mit den sechs Angeklagten stand rund die Hälfte der männlichen Erwachsenen des Eilandes vor Gericht. Auf der zu Großbritannien gehörenden Insel leben weniger als 50 Menschen.