Sexy, aber arm Berliner Zoo kassiert weiter Zuschüsse - trotz Knut
Berlin - Die derzeitigen Zahlungen von zwei Millionen Euro jährlich würden in den nächsten Jahren nur "moderat gekürzt" werden, wie es schon vor dem Knut-Boom geplant war, sagte ein Sprecher des Finanzsenators dem "Tagesspiegel". Das Land wolle dem Zoo Planungssicherheit geben und ihn nicht für seinen Erfolg bestrafen.
Den Finanzplanungen zufolge erhält auch der Berliner Tierpark in Friedrichsfelde in diesem Jahr sechs Millionen Euro vom Senat. Für das kommende Jahr stehen die Verhandlungen noch aus. In den neunziger Jahren hatten die beiden Berliner Tiergehege noch bis zu zwölf Millionen Euro jährlich an öffentlichen Geldern erhalten.
In den Berliner Zoo kommen jährlich rund 2,3 Millionen, in den Tierpark knapp eine Million Besucher. Seit den öffentlichen Ausflügen des Eisbärenbabys haben sich die Zuschauerzahlen im Zoo nahezu verdoppelt. So kamen im März, in dem Knut in der letzten Woche auf dem Bärenfelsen vor Publikum spielte, statt der üblichen 100.000 Besucher bereits 205.000 Menschen. Im April sind bis Ostersonntag weitere 150.000 Knut-Fans zusätzlich zum Bärenfelsen gepilgert. Auch am Ostersonntag lockte das gut vier Monate alte und schon 13,4 Kilo schwere Jungtier wieder rund 20.000 Besucher zum Bärenfelsen.
Inzwischen sind die Zoologen bemüht, Knut vorsichtig Schritt für Schritt von seinem Ziehvater Thomas Dörflein zu entwöhnen. Dörflein, der das von seiner Mutter Tosca verstoßene Tier mit der Flasche großgezogen hat, war am Sonntag nur bei einem der täglich zwei Knut-Auftritte dabei. In der Woche vor den Ostern wollte Dörflein zunächst fünf Tage frei nehmen, kehrte dann aber zurück, als Knut intensiv nach ihm suchte und schrie.
Zoologe Heiner Klös kündigte an, die Entwöhnungsphase werde etwa bis August dauern. Am Sonntag zeigte Knut im Spiel mit anderen Pflegern keine negativen Reaktionen. "Alle Pfleger haben aber inzwischen von dem kräftigen Kerl blaue Flecken bekommen", sagte "Zoo-Reporter" Raimon Opitz, der seit einigen Tagen das Publikum via Mikrofon unterhält.
dab/dpa