Shoppen im Glashaus - DER SPIEGEL
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INTERNET Shoppen im Glashaus

• aus DER SPIEGEL 2/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Beim Bundesverband der Verbraucherzentralen hält man einen Großteil der deutschen Online-Shops für mangelhaft. Vielfach werden potenzielle Kunden nicht über ihre Rückgaberechte informiert, manchmal fehlt die Anschrift, und mitunter wird nicht einmal der Endpreis einer Bestellung angegeben - so die Kritik der Verbraucherschützer kurz vor Weihnachten. Dummerweise aber fanden Internet-Nutzer im Shop der Verbraucherzentralen noch viel gravierendere Lücken: Durch einen Programmfehler füllte sich dort der Warenkorb schon, wenn man die Angebote nur ansah - und zwar mit horrenden Stückzahlen. Wer sich für eine Hand voll Ratgeberbücher interessierte, hatte plötzlich mehrere Millionen Exemplare im Warenkorb, nebst einer Rechnung über einige hundert Millionen Euro. In einem Online-Forum, wo die Lücke zuerst bekannt wurde, brach sofort ein fröhlicher Wettbewerb aus: Wer produziert durch bloßes Surfen die absurdeste Rechnung? Einem wollte der Computer sogar einen negativen Euro-Betrag in Rechnung stellen - der Mann hätte von der Verbraucherzentrale nicht nur zwei Lkw-Ladungen Bücher bekommen, sondern einige Millionen Euro aufs Konto. Alarmiert durch die Spaßkunden, brachten die Verbraucherzentralen ihren Shop schließlich wieder in Ordnung. Zur Bestellung ungewollter Mengen an Waren hätte es laut Pressestelle der Zentrale wegen der notwendigen »zusätzlichen Abfrage« nicht kommen können.

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