Siamesische Zwillinge: Tabea starb an Herzschwäche - DER SPIEGEL
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Siamesische Zwillinge Tabea starb an Herzschwäche

Die kleine Tabea aus Lemgo ist nach Angabe der Ärzte im John-Hopkins-Krankenhaus von Baltimore an Herzschwäche gestorben. Der Zustand der Zwillingsschwester Lea ist derweil kritisch, aber stabil.
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Baltimore - Wie der verantwortliche Neurochirurg Benjamin Carson heute mitteilte, ist Tabea etwa ein bis zwei Stunden nach der Trennung des Zwillingspaares verstorben. Beide Babys hätten während der 18 Stunden dauernden Mammut-Operation mehr Blut verloren, als in ihrem eigenen Körper zirkulierte, berichtete die verantwortliche Anästhesistin.

Der Zustand der überlebenden Lea ist nach dem Eingriff ernst, aber unverändert. Sie befinde sich weiterhin auf der Intensivstation, teilten die behandelnden Ärzte mit. Falls es keine größeren Komplikationen gebe, werde Lea ein "gesundes" und "normales, unabhängiges Leben führen" können, sagte Neurochirurg Carson. Zunächst müsse das Mädchen allerdings noch "einige Wochen oder Monate" im Johns Hopkins Children's Center bleiben. Weitere chirurgische Eingriffe an Kopf und Kopfhaut des Mädchens seien erforderlich. Nach ihrer Entlassung werde Lea in Deutschland von den dortigen Ärzten weiter betreut.

Das Ärzteteam war nach Angaben von Carson überrascht vom Tod der einjährigen Tabea. "Wir haben den Tod nicht erwartet", sagten sie auf einer Pressekonferenz. Das Aufgebot an Fachkräften der Klinik war beträchtlich: 17 Neurochirurgen, 5 plastische Chirurgen, 14 Anästhesisten, 42 Krankenschwestern und 22 technische Experten hatten um das Überleben der Zwillinge gekämpft.

Nachdem bereits 90 Prozent der gemeinsamen Blutgefäße der Zwillinge getrennt gewesen seien, habe sich der Zustand von Tabea gestern rapide verschlechtert, berichteten die Ärzte. Aus Sorge um das schwache Herz des Kindes habe man den Eingriff schneller beendet als geplant. Ob dies allerdings zu Tabeas Tod beigetragen hatte, ließen die Experten offen.

Die Eltern der siamesischen Zwillinge, Nelly und Peter, reagierten offenbar gefasst auf die Nachricht des Todes ihrer Tochter. Schon im Vorfeld der eigentlichen Operation war Tabeas Kreislauf kollabiert, hatte ihr Herz für kurze Zeit still gestanden.