Sibirien: Mit Kampfbombern gegen Eismassen - DER SPIEGEL
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Sibirien Mit Kampfbombern gegen Eismassen

Die sibirische Großstadt Jakutsk wird von einer riesigen Flutwelle bedroht. Auch die Bombeneinsätze russischer Kampfflugzeuge gegen Eismassen auf dem Strom Lena konnten die Gefahr nicht bannen.
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Moskau - Noch am Sonntag soll die Flutwelle die Hauptstadt der Teilrepublik Jakutien erreichen, berichtete die Agentur Interfax. Der Pegelstand entlang des acht Meter hohen Schutzdamms um die Stadt liegt jetzt bei der kritischen Marke.

Helfer stehen bereit, um den Damm weiter zu verstärken. Der Zivilschutz bereitet sich zudem auf eine Evakuierung im Notfall vor. Da sich knapp 50 Kilometer flussaufwärts ein Stau von Eisschollen gebildet hatte, wurden am frühen Morgen Kampfflugzeuge eingesetzt. Vier Kampfbomber warfen insgesamt 24.250 Kilogramm Bomben auf die Eisbarriere, die sich daraufhin auflöste. Dies löste allerdings eine Flutwelle aus, die sich langsam in Richtung Jakutsk schiebt.

Das aufgestaute Wasser hatte zuvor die Stadt Olekminsk überschwemmt. Knapp 3500 Bewohner wurden vor den eisigen Fluten in Sicherheit gebracht. Bereits Mitte vergangener Woche hatte die Lena die Stadt Lensk überflutet. Nach ersten Schätzungen des Zivilschutzministeriums wurden rund 5000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Das Hochwasser zerstörte zudem mehrere hundert Kilometer Überlandleitungen sowie Straßen auf einer Gesamtlänge von knapp 180 Kilometern.

Grund für die schwersten Überflutungen seit über 100 Jahren in Sibirien ist der strenge Winter. Bei wochenlangen Minusgraden von 50 Grad froren die Flüsse nach Angaben von Experten tiefer als üblich fest. Das Eis taut jetzt langsamer auf, und die dickeren Eisschollen sorgen häufiger für Barrieren in den Flüssen.