Sieben Tote Blutbad in Internetfirma
Boston - Der Täter habe hohe Steuerschulden gehabt, und die Behörden hätten sich mit seiner Firma in Verbindung gesetzt, um einen Teil seines Lohns einzuziehen, teilte Staatsanwältin Martha Coakleymit. Der Angestellte von Edgewater Technology hatte am Dienstag in Wakefield plötzlich das Feuer auf seine Kollegen eröffnet und um sich geschossen, bevor ein Sondereinsatzkommando der Polizei ihn überwältigen konnte.
Der stellvertretende Staatsanwalt John McEvoy berichtete, es habe sich offenbar um einen Arbeitskonflikt gehandelt. Nach unbestätigten Medienberichten hatte das Unternehmen kürzlich die Entlassung von einem Viertel seiner Mitarbeiter beschlossen. Ob davon auch der Täter betroffen war, blieb zunächst ungeklärt.
Der Mann, der seit einem Jahr bei der Firma als Programmierer arbeitete, war nach Presseberichten am Dienstag früh zur Arbeit erschienen. Er habe sich mit mehreren Mitarbeitern ganz normal unterhalten. Gegen 11 Uhr sei er dann plötzlich "durchgedreht" und habe um sich geschossen, berichteten Zeugen. Polizisten beschrieben den Tatort als "Grauen erregend". Der stellvertretende Staatsanwalt sagte, der Amokschütze sei mit drei Pistolen und Gewehren bewaffnet gewesen, darunter ein Sturmgewehr vom Typ AK-47.
Panik im Bürokomplex
Zum Zeitpunkt des Verbrechens hielten sich etwa 70 Menschen in dem Bürokomplex auf. Zahlreiche Mitarbeiter rannten in Panik aus dem Gebäude und alarmierten die Polizei. Die Beamten evakuierten daraufhin den gesamten Bürokomplex und drangen in die Eingangshalle ein, wo sie den Täter entdeckten. Sie überwältigten ihn und durchkämmten das Gebäude auf der Suche nach möglichen weiteren Tätern.
Ein Sprecher des Internet-Unternehmens Edgewater Technology äußerte sich erschüttert über den Vorfall. Die Hintergründe der Tat seien völlig unklar, aber das Unternehmen werde alles in seiner Macht stehende tun, um der Polizei bei der Aufklärung des Falls zu helfen. Die Firma hatte erst kürzlich sein Hauptquartier aus dem Bundesstaat Arkansas nach Wakefield in Massachusetts verlegt. Das Unternehmen entwickelt Software, die es anderen Firmen ermöglicht, über das Internet Geschäfte abzuwickeln. Die Stadt Wakefield liegt etwa 15 Kilometer von Boston entfernt.