Silvesterfeiern Blutiges neues Jahr
Manila/Paris - Wie auch in den vergangenen Jahren haben exzessive Silvesterfeiern auf den Philippinen einen hohen Blutzoll gefordert. Allein bei einem von Feuerwerkskörpern ausgelösten Brand in Lucena, 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila, sind am Mittwoch mindestens 18 Menschen getötet worden. "Die Kracher explodierten plötzlich an einem Marktstand", sagte der Feuerwehrchef der Stadt, Nelson Jalbuena. Ein Mensch wurde am Donnerstag noch vermisst.
Das Feuer brach aus, als sich einige Filipinos in einem Geschäft, in dem die Feuerwerkskörper verkauft wurden, für die traditionell rauen Silvestersitten eindeckten. Die Flammen griffen auf ein anliegendes Gebäude über und zerstörten es. "Die Opfer rannten in das Haus, in dem sie wohnten, als die Feuerwerkskörper hochgingen", berichtete Jalbuena. So seien sie in eine Feuerfalle geraten.
Jedes Jahr zu Silvester zünden Filipinos die Feuerwerkskörper in dem Glauben, der Lärm vertreibe böse Geister und bringe ihnen Glück im neuen Jahr. Einige schießen um Mitternacht mit Waffen in die Luft, wobei es regelmäßig Tote gibt. Behörden warnen immer wieder vor zu starken Böllern und wild abgegebenen Schüssen aus Gewehren und Pistolen.
Auch in Paris ist es in den letzen Jahren zu Silvester zu immer heftigeren Ausschreitungen gekommen. In Paris wurden in der Nacht des Jahreswechsels mehr als 200 Autos angezündet. Die Polizei nahm dutzende Personen vorläufig fest. Der massive Einsatz von Polizisten verhinderte nach Polizeiangaben weitere Ausschreitungen. Zum Jahreswechsel 2002/2003 waren in Frankreich fast 400 Autos in Flammen aufgegangen.
In der elsässischen Stadt Straßburg, wo das Phänomen des Auto-Anzündens vor Jahren seinen Anfang nahm, wurden nach Polizeiangaben 22 Fahrzeuge in Brand gesteckt. Die Polizei nahm 40 zumeist jugendliche Randalierer vorläufig fest.