Singapur Mann wegen Marihuana-Schmuggels hingerichtet
Singapur - Im August 2003 war der Tamile Shanmugam Murugesu an der malaysischen Grenze mit 1,03 Kilogramm Marihuana erwischt worden. Im Jahr 2004 wurde er zum Tode verurteilt, ging in Berufung und verlor. Opposition und Bürgerrechtler hatten bis zuletzt für seine Begnadigung gekämpft - vergeblich. Shanmugams Söhne Gopalan und Krishnan hatten knapp 1000 Unterschriften zur Rettung ihres Vaters gesammelt. Singapurs Präsident S. R. Nathan lehnte jedoch auch das letzte Gnadengesuch im April ab. Um 6 Uhr Ortszeit wurde Murugesu heute in der Haftanstalt Changi erhängt.
Singapur ist für seine drakonischen Strafen bekannt. Wer mit mehr als 500 Gramm Marihuana oder 15 Gramm Heroin gefasst wird, gilt als Drogenhändler und wird zwangsläufig zum Tode verurteilt. Amnesty International zufolge wurden in dem südostasiatischen Stadtstaat seit 1991 mindestens 420 Menschen hingerichtet. Singapur hat, gemessen an der Bevölkerungszahl, die weltweit höchste Hinrichtungsrate. Nach einem Bericht der Zeitung "Straits Times" wurden seit der Unabhängigkeit Singapurs 1965 nur sechs Todeskandidaten begnadigt.