Sitzmöbel-Rennen: Auf die Stühle, fertig, los!
Sitzmöbel-Rennen Auf die Stühle, fertig, los!
Bad König/Zell - 26,59 Sekunden: Mit dieser Zeit ließe sich beim 200-Meter-Sprint zwar keine Deutsche Meisterschaft gewinnen - doch in einer etwas ungewöhnlicheren Disziplin reicht sie, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Seine Zeit knapp unter 27 Sekunden sicherte Pierre Feller den Sieg bei den dritten deutschen Meisterschaften im Bürostuhlrennen im hessischen Bad König/Zell. Auf den Plätzen zwei und drei landen die Lokalmatadore Andreas Ripper aus Langen-Brombach und Finn-Jan Rucktäschel aus Michelstadt.
Damit ließ bei dem Wettkampf ausgerechnet ein Luxemburger die gesamte Konkurrenz hinter sich. Seine 26,59 Sekunden waren zugleich ein Rekord. Insgesamt waren auf der 200 Meter langen abschüssigen Strecke 58 Teilnehmer auf ihren Sitzmöbeln am Start.
Mit Helmen, Knie- und Ellenbogenschützern ging es für die Fahrer von einer Rampe den Berg hinab. Das Geheimnis einer guten Zeit: "Nicht bremsen", sagte Pedro Crespo. Der 25-Jährige montierte zwei Hantelscheiben an seinem Stuhl - "damit er besser auf der Straße liegt." Manch Furchtloser stürzte sich bäuchlings auf sein Gefährt, andere bevorzugten die klassische Sitzhaltung, etwa Teilnehmer Jan Paul: "Das ist die Old-School-Variante."
Die zu Renngefährten umfunktionierten Bürostühle durften lediglich mit Inliner-Rollen aufgemotzt werden, Motorenunterstützung war verboten. "Wir kontrollieren die Stühle vorher", sagt Mitorganisator René Karg.
Bei der sonstigen Gestaltung der Gefährte waren der Kreativität dagegen kaum Grenzen gesetzt. Ob goldfarben angemalt, als Transportfahrzeug für reichlich Bierflaschen, als Pferd inklusive Sattel und Halfter oder mit den Farben des Lieblings-Bundesligaclubs versehen: Erlaubt war, was gefällt.
Auch bei den Outfits gingen die Teilnehmer recht unterschiedliche Wege. Manche trugen ganz professionell Motorradanzüge. Andere legten mehr Wert auf Stiltreue und hatten zumindest ein Hemd an. Crespo: "Ist ja schließlich ein Bürostuhlrennen."