Einsatz im Thüringer Wald Experten scheitern mit Abriss von Skischanzenturm in Brotterode
Arbeiter an der Inselsbergschanze: Ein Neubau soll den 56 Meter hohen Schanzenturm ersetzen
Foto:Jacob Schröter / dpa
Der mit Spannung erwartete Abriss des Anlaufturms der Inselsbergschanze in Brotterode im Thüringer Wald ist gescheitert. Grund seien technische Probleme bei dem Abrissverfahren mit Erhitzung der stählernen Masten durch Strom: Das teilten der Veranstalter und die zuständige Abrissfirma mit.
Es sei nicht gelungen, die für die Verformung des Stahls notwendige Temperatur von 650 bis 700 Grad Celsius zu erreichen, sagte der Geschäftsführer der für den Abriss zuständigen Firma MB Spezialabbruch, Peter Mittelsdorf. Die erreichten 300 Grad hätten nicht gereicht, um die Masten zum Einknicken zu bringen.
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Der fast 60 Jahre alte Turm sollte nicht gesprengt werden – sondern mit einem neuartigen und technisch anspruchsvollen Verfahren zum Einsturz gebracht werden. Die beiden Stahlstützen, auf denen der Turm steht, sollten dafür so lange mit Strom erhitzt werden, bis er fällt. Die Firma analysiere nun, warum das nicht geklappt habe, sagte Mittelsdorf nach dem gescheiterten Versuch.
Die Inselbergschanze am Freitag, dem Tag vor dem geplanten Abriss
Foto:Martin Schutt / dpa
Zahlreiche Schaulustige im vollen Skistadion verfolgten das Spektakel. Ein neuer Abrissversuch soll nun voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche unternommen werden, teilte ein Sprecher des Wintersportvereins Brotterode mit.
Der laut Wintersportverein 56 Meter hohe Schanzenturm soll durch einen Neubau ersetzt werden, der den Anforderungen des Welt-Skiverbands (Fis) genügt. So sollen auch künftig internationale Skisprungwettbewerbe wie der Continentalcup ausgetragen werden können. Brotterode ist zudem Trainingsleistungszentrum für den Nachwuchs in der Nordischen Kombination.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir den Namen »Inselsberg« falsch geschrieben. Wir haben den Fehler korrigiert.