SMS aus dem Todesjet "Hier läuft etwas schief"
Marseille - "Einige Familien haben wenige Minuten nach dem Start SMS von ihren Angehörigen an Bord erhalten, in denen es hieß, dass etwas schief läuft", sagte Marc Chernet, der Vorsitzende der Vereinigung der Hinterbliebenen der Katastrophe, dem Blatt.
Mehrere Familien hätten verzweifelte SMS-Nachrichten erhalten, berichtete der Mann, der bei dem Unglück seine Schwester verloren hatte. Die Botschaften seien den Ermittlern übergeben worden, die die Unglücksursache untersuchen. Eine Familie, so berichtet "Le Quotidien" unter Berufung auf Chernet, habe vor dem Abflug des Jets eine Nachricht erhalten, wonach die Maschine mit drei Stunden Verspätung am Pariser Flughafen Roissy Charles de Gaulle zu erwarten sei.
Die Boeing der Chartergesellschaft Flash Airways war am 3. Januar nur wenige Minuten nach dem Start in Scharm el Scheich ins Rote Meer gestürzt. Dabei starben alle 148 Insassen - die meisten waren Franzosen, die die Feiertage für einen Urlaub in der Sonne genutzt hatten.
Nach der ersten Auswertung der inzwischen aus dem Meer geborgenen Flugschreiber gehen die ägyptischen Behörden von technischem oder menschlichem Versagen als Ursache aus. Einen Terroranschlag schlossen sie aus. Es gebe keine Hinweise auf Einwirkung von außen, "die auf Sabotage oder einen Terrorakt hindeuten", sagte der Leiter des ägyptischen Ermittlungsteams, Schakir Kallada, in der vergangenen Woche. Die Blackboxes waren zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht vollständig ausgewertet. Die Stimmen seien nicht sehr deutlich zu verstehen, hatte Kallada gesagt.