Sniper-Jagd: Morde stehen in einem Zusammenhang - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sniper-Jagd Morde stehen in einem Zusammenhang

Dieselbe Waffe, derselbe Schütze, derselbe Wagen – Sheriff David Tucker hat Untersuchungsergebnisse zur jüngsten Mordserie bekannt gegeben, die derzeit den US-Staat West Virginia in Angst und Schrecken versetzt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Die Polizei im Raum Charleston ist jetzt sicher, dass zumindest zwei der drei Heckenschützen-Morde in der vergangenen Woche vom selben Täter begangen wurden. Sheriff Tucker teilte mit, ballistische Untersuchungen hätten ergeben, dass die Kugeln in diesen beiden Fällen aus derselben Waffe stammten. "Wir gehen immer noch davon aus, dass die Morde in einem Zusammenhang stehen, wir warten nur noch auf den absoluten Beweis", sagte Tucker. Im Fall der dritten "Sniper"-Attacke gibt es Tucker zufolge noch keine schlüssigen Ergebnisse.

"Wir folgen weiter der These, dass die Morde von derselben Person aus demselben Fahrzeug heraus verübt worden sind", sagte Tucker weiter. Dass keine Patronenhülsen gefunden wurden, weise darauf hin, dass aus dem Inneren eines Wagens geschossen worden sei. Man gehe davon aus, dass die Schüsse aus knapp 30 Metern Entfernung auf die Opfer abgefeuert wurden. Zwei der Opfer wurden in den Kopf, eines in den Nacken geschossen.

Die drei mysteriösen Anschläge aus dem Hinterhalt binnen fünf Tagen hatten böse Erinnerungen wach gerufen. Es ist zu befürchten, dass knapp ein Jahr nach den "Sniper"-Angriffen von Washington ein neuer Heckenschütze im Osten der USA sein Unwesen treibt. Vor einem Jahr hatte John Lee Malvo und John Allen Muhammad wahllos auf Passanten geschossen, meist als diese sich an Tankstellen aufhielten. Die beiden sitzen in Haft. Sie werden für insgesamt 13 Morde verantwortlich gemacht.

Im jüngsten Fall deutete die Polizei inzwischen jedoch an, dass es sich möglicherweise zumindest in zwei der Fälle nicht um willkürliche Opfer handelte, sondern um "ausgewählte Ziele". Es wurde nicht ausgeschlossen, dass es eine Verbindung zwischen den Morden und dem Drogenhandel gebe.

Die drei Opfer von West Virginia sind zwei Männer und eine Frau. Sie alle wurden jeweils abends vor Minisupermärkten in der Region Charleston durch einen einzigen Schuss getötet.

Tucker zufolge verfolgt die Polizei in West Virginia mehrere Hinweise, die zu dem oder den Tätern führen könnten. In Medienberichten hieß es, die Suche konzentriere sich nunmehr auf zehn mögliche Verdächtige. Die Polizei gab am Mittwoch zudem neue Bilder von einem dunkelfarbigen Kleinlastwagen heraus, den mehrere Zeugen zumindest an einem der Tatorte gesehen haben wollen. Ob dies zu einer Festnahme führen wird, scheint fraglich. Wie sagte doch Tucker: "Pickup-Trucks gehören sehr zum Dekor von West Virginia."