Sofia Massenpanik auf Eistreppe vor Diskothek
Sofia - Bei den Opfern handelte es sich um Disko-Besucher im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. 13 weitere Verletzte befanden sich am Samstagnachmittag noch im Krankenhaus.
Das Unglück ereignete sich in der Nacht zum Samstag. Nach dem letzten Schultag wollten viele bulgarische Schüler in der Diskothek "Indigo" in der Innenstadt von Sofia den Ferienbeginn feiern. Zum Zeitpunkt des Unglücks drängten sich nach Angaben einer Sicherheitskraft etwa 1500 Jugendliche am Disko-Eingang.
Zu dem Unglück kam es, als hunderte Jugendliche auf der vereisten Treppe ausrutschten. Die Menschen stürzten, aber von hinten wurde weiter gedrängt. "Alle haben geschrien", sagte ein Mädchen, "überall war Blut." Die Opfer befanden sich am vorderen Ende der Schlange und wurden von der Masse erdrückt und totgetrampelt. Wie Innenminister Georgi Pekanow im staatlichen Fernsehen sagte, starben sechs von ihnen noch am Unglücksort, ein weiterer erlag im Krankenhaus den Verletzungen.
Nach der Katastrophe begaben sich Staatspräsident Petar Stojanow und Regierungschef Simeon Saxcoburggotski zum Unglücksort. Überlebende und Freunde der Opfer legten auf der Treppe Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Die Behörden kündigten einen landesweiten Trauertag für Sonntag an.
Der Disko-Besitzer wurde festgenommen und verhört. Die Diskothek ist in einer früheren Eislaufbahn untergebracht und fasst etwa 4000 Personen. Am Freitag wollten etwa 3000 Jugendliche dort tanzen und feiern.