Somalia: Verschleppte sollen aus Stuttgarter Gegend stammen - DER SPIEGEL
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Somalia Verschleppte sollen aus Stuttgarter Gegend stammen

Piraten halten sie als Geiseln und fordern eine Million Dollar Lösegeld: Deutsche Sicherheitsbehörden gaben jetzt bekannt, dass die in Somalia entführten Touristen aus Neuhausen bei Stuttgart stammen. Ihr Schicksal ist weiterhin ungewiss.
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Mogadischu - Keiner weiß, wie es den Entführten zurzeit geht: Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden wurde jetzt lediglich bekannt, dass die dreiköpfige Familie aus Neuhausen bei Stuttgart stammt. Nach dpa-Informationen vom Freitag gehen die Ermittler davon aus, das Auswärtige Amt bestätigte bisher nur, dass es sich bei den vier Entführten um zwei Deutsche handelt.

Die Kidnapper fordern eine Million Dollar für deren Freilassung. Dies erklärte der Minister für Staatssicherheit in der halbautonomen Region Puntland, Jama Hirsi Farah.

Zu den Geiseln zählt auch der französische Schiffskapitän. Die vier Europäer wurden nach somalischen Angaben von einer Yacht im Golf von Aden verschleppt und nach Puntland gebracht. Über ihren Zustand ist nichts bekannt.

Die beiden Männer, die Frau und das Kind waren mit einem Segelboot auf dem Golf von Aden vor der nördlichen Küste des Landes unterwegs. Nach dem Überfall sollen die Opfer in der Nacht zum Montag an Land gebracht und ins Bergland verschleppt worden sein.

"Das Schiff wurde gekapert, als die Segler in Küstennähe Fotos machen wollten", hatte Puntlands Regierungsberater Bile Mohamud Qabowsade der Nachrichtenagentur AFP kurz nach Bekanntwerden der Entführung gesagt. Soldaten hätten die Verfolgung der Piraten aufgenommen. "Wir verfolgen sie und setzen unsere Truppen in der Umgebung des Entführungsortes ein", so der Behördenvertreter. Puntland ist eine Region, die sich von Somalia für unabhängig erklärt hat und eine eigene Verwaltung hat.

Somalias Gewässer gehören zu den gefährlichsten der Welt

Die Gewässer vor Somalia gehören für die internationale Schifffahrt zu den gefährlichsten der Welt, weil Piraten dort immer wieder Schiffe und Boote überfallen. Anfang April war die französische Luxusyacht "Le Ponant" entführt worden. Die Seeräuber ließen ihre Geiseln eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von rund 1,3 Millionen Euro frei.

Ende April wurde ein spanisches Fischerboot gekapert, das sechs Tage später nach der Zahlung eines Lösegeldes von 770.000 Euro freigegeben wurde. Ende Mai überfielen Piraten einen Frachter einer deutschen Reederei.

Am 2. Juni hatte daraufhin der Uno-Sicherheitsrat eine Erklärung verabschiedet, die ausländischen Schiffen in der Region die Verfolgung von Piratenschiffen ermöglichen soll. Demnach dürfen diese Boote in Absprache mit der somalischen Regierung in die Hoheitsgewässer des Landes vordringen. In Somalia herrscht seit 17 Jahren Bürgerkrieg, eine Staatsgewalt ist praktisch nicht mehr vorhanden.

Die Piraten, die oft mit Schnellbooten und Maschinengewehren ausgerüstet sind, sind oftmals ehemalige Marineangehörige oder frühere Fischer. Sie setzen dabei nicht nur auf Lösegelder, sondern auch auf die Ladung der von ihnen gekaperten Schiffe.

jjc/abl/dpa/AFP/AP