Sommervorgeschmack Danke, Oster-Sonn-Tag
Hamburg - Flip-Flop-Wetter zu Ostern: Bei hochsommerlichen Temperaturen bis zu 25 Grad haben die Menschen in Deutschland den Ostersonntag im Freien genossen. Im Berliner Strandbad Wannsee aalten sich am Mittag bereits rund tausend Badegäste auf den Liegewiesen oder badeten im mit 13 Grad noch recht kühlen Wasser.
"Und die Schlangen an den Kassen werden länger", sagte Bad-Sprecher Axel Ott. In Hamburg waren die Doppeldecker-Rundfahrtbusse mit aufgerolltem Verdeck als Cabrios unterwegs. Viele Zoos meldeten einen Besucheransturm. Auf Wiesen in den städtischen Parks und in rasch eröffneten Biergärten stimmten sich in ganz Deutschland frohgelaunte Sonnenhungrige auf die warme Jahreszeit ein.
Besonders heiß wurde es nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia mit 26,6 Grad in Mainz, gefolgt von Darmstadt (26,5 Grad) und Bad Orb (26 Grad). Einen neuen Hitzerekord habe es für Frankfurt am Main gegeben: Mit 24,6 Grad am Flughafen war es der heißeste 12. April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Berlin und Brandenburg war es mit Werten um 23 Grad rund zehn Grad wärmer als im Durchschnitt, wie Meteorologe Hans-Werner Voß vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam sagte.
Auf der Insel Rügen war es an der Station Kap Arkona wegen des frischen Seewindes mit sieben Grad recht kühl, gleiches galt für die Station Kieler Leuchtturm mit acht Grad. In den Seebädern an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns stürzten sich bei Lufttemperaturen um zwölf Grad einige Wagemutige in die Fluten der Ostsee.
Einen Ansturm von Tausenden Fahrgästen erlebten in Bayern die Ausflugsschiffe am Starnberger See, Ammersee und Königssee. Auch die "Sächsische Dampfschiffahrt" in Dresden fuhr zu Ostern mit vollbesetzten Schiffen auf der Elbe einen Rekordumsatz von 140.000 Euro ein.
Unterdessen ging im Erzgebirge die Wintersaison zu Ende. "Ostermontag wird der Lift abgeschaltet", sagte Dieter Müller von der Liftgesellschaft Oberwiesenthal. Am Sonntag tummelten sich die letzten Abfahrer auf dem Hang, Ski-Wanderer zogen ihre Spur. "Es sieht lustig aus: Skiläufer in kurzen Hosen", amüsierte sich Meteorologe Norbert März von der Wetterstation Fichtelberg, mit 1214 Metern der höchste Berg Sachsens.
Dagegen mussten die Menschen in London das für die britische Hauptstadt angeblich typische graue Nebelwetter mit Nieselregen ertragen. Unwetter herrschten in Spanien: Im Umland der Hauptstadt Madrid und in Segovia mussten zahlreiche Osterprozessionen wegen Schnee- und Hagelschauern abgesagt werden. Die Berge nördlich von Madrid waren eingeschneit und glichen einer Winterlandschaft. Die Höchsttemperaturen erreichten in weiten Teilen Spaniens gerade einmal zwölf Grad. Für die kommenden Tage sagten die Meteorologen das Heraufziehen einer neuen Schlechtwetterfront vom Atlantik voraus.