Späte Rendite: Auslieferung nach neun Jahren Flucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Späte Rendite Auslieferung nach neun Jahren Flucht

1300 Prozent Rendite hatte versprochen und sich dann mit 63 Millionen von privaten Anlegern aus dem Staub gemacht. Dem mutmaßlichen Betrüger Jürgen Harksen aus Hamburg kann neun Jahre nach seiner Flucht jetzt in Deutschland der Prozess gemacht werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hamburg wurde der 41-Jährige von den südafrikanischen Justizbehörden am Mittwoch nach Deutschland ausgeliefert. Er werde am Donnerstag morgen in Frankfurt landen und nach Hamburg gebracht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dort warte auf Harksen ein Haftbefehl und eine Anklage wegen Betruges. Ihm werde vorgeworfen, Anfang der 90er Jahre 62 Anleger vor allem aus Norddeutschland um mehr als 63 Millionen Mark geprellt zu haben. Er habe ihnen die Anlage ihrer Gelder mit gefälschten Unterlagen und Versprechungen über Renditen von 1300 Prozent schmackhaft gemacht.

Der Festnahme entzog sich Harksen den Angaben zufolge 1993, als er in London von den Durchsuchungen seiner Wohnung in Hamburg hörte. Umgehend türmte er Richtung Südafrika. Dort geriet aber wegen Betrugsvorwürfen ebenfalls mit dem Gesetz in Konflikt.

Die bereits mehrfach beschlossene Auslieferung misslang nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus unterschiedlichen Gründen. Mal hätten Harksens Anwälte vor Gericht einen Aufschub erreicht, mal habe der Beschuldigte auf der Gangway am Flughafen akute Herzprobleme geltend gemacht. Am Mittwoch schließlich sei Harksen von Kapstadt über Johannesburg Richtung Deutschland gebracht worden.