Spanien: Architekt verschandelt 1000 Jahre alte Burg - DER SPIEGEL
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Ausbesserungen an spanischer Burg Ruinierte Ruine

In Spanien wird ein Architekt beschuldigt, ein nationales Denkmal verschandelt zu haben. Dabei wollte er es retten.
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Seit über 1000 Jahren thront das Castillo de Matrera auf einem Hügel über der südspanischen Stadt Cadiz. Vor drei Jahren hat starker Regen die Burg schwer beschädigt. Jetzt wurden die alten Mauern restauriert - und das ging gehörig schief, meinen zumindest Denkmalexperten.

Denn anstelle Mängel unauffällig auszubessern, haben die Architekten die Ruine mit neuem Baumaterial eingeschalt.

Bilder gingen in Spanien viral, die Menschen reagierten mit Spott und Unverständnis. "Sie haben Bauarbeiter, keine Restauratoren eingesetzt. Und die haben es, wie wir hier sagen, versaut",

sagte ein Mann laut der britischen Zeitung "Independet" einem spanischen Fernsehsender.  Hispania Nostra, eine spanische Kulturerbe-Organisation, bezeichnete das Ergebnis als "absolut furchtbar".

Der Fall weckte bei vielen Spaniern Erinnerungen an den Fall "Ecce Homo". 2012 hatte sich eine Amateur-Restauratorin an einem historischen Jesus-Fresko versucht und dabei das Werk aus dem 19. Jahrhundert bis zur Unkenntlichkeit überpinselt.

Carlos Quevedo, der für die Restaurierung des Matrera verantwortlich war, verteidigt den neuen Look der Burg. Der Architekt bezeichnete die Arbeiten als "gründlich, professionell und legal", schreibt der britische "Guardian".  

Seiner Meinung nach hat der Turm jetzt mehr Halt und entspricht seinem Ursprungszustand aus dem 9. Jahrhundert. Außerdem sei es per Gesetz vorgeschrieben, dass sich Ergänzungen vom alten Material optisch abheben müssen.

Seine Kritiker bittet er, sich ein wenig mehr um die Eigenheiten des Restaurierungsgeschäfts Gedanken zu machen. Konstruktive Kritik sei immer willkommen, "aber ich glaube, ein paar grundlegende Informationen können helfen, Vorurteile zu vermeiden, die auf ein simples Foto zurückgehen", sagte er dem "Guardian".

Aufregung über Restaurierung gab es in Spanien schon häufiger. 2002 gab es einen Skandal, als Bauarbeiter das ehemalige Wohnhaus von San Isidro, dem Schutzheiligen der spanischen Hauptstadt, kurzerhand abrissen. Der Architekt hatte die Zerstörung angeordnet, weil das Haus einsturzgefährdet und eine Restaurierung zu gefährlich sei.

jal

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