Spanien Machtlose Feuerwehr an der Costa Brava
Madrid - Nach dem Ausbruch eines großen Waldbrandes an der Costa Brava im Nordosten Spaniens haben die Flammen sich am Sonntag rasch an mehreren Fronten ausgebreitet. In Ortschaften nördlich des beliebten Badeorts Rosas mussten Hunderte von Menschen vorsorglich ihre Wohnungen verlassen. Die Brände näherten sich an einzelnen Stellen auch Touristeneinrichtungen. Die autonome Regierung der Region Katalonien mobilisierte alle verfügbaren Löscheinheiten und forderte Verstärkungen aus Saragossa und aus Frankreich an.
Die Bahnlinie zwischen Barcelona und der französischen Grenze sowie mehrere Landstraßen wurden gesperrt. In 15.000 Wohnungen fiel der Strom aus. Nach Angaben des spanischen Rundfunks RNE trieb ein starker Wind die Brände auch auf das Kloster von San Pedro de Roda zu, eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Gegend. Ein Anwohner in Rosas sagte, die bis zu sechs Meter hohen Flammen loderten weniger als zwei Kilometer vor der Stadt. Über den Badestränden stünde eine gelblich-schwarze Rauchwolke. In der gesamten Stadt herrsche Brandgeruch.
In Spanien waren bei einer Serie von mehr als 20 Waldbränden innerhalb einer Woche über 11.000 Hektar Wald- und Buschland vernichtet worden. Auf Mallorca brachte die Feuerwehr am Sonntag den größten Waldbrand in diesem Jahr auf der Balearen-Insel unter Kontrolle. 325 Hektar Wald waren bei Manacor den Flammen zum Opfer gefallen. Den Brand hatte möglicherweise ein Autofahrer ausgelöst, der eine glühende Zigarettenkippe aus dem Fenster geworfen hatte.
Auf der kanarischen Insel La Palma, wo 5000 Hektar Wald in der Nähe eines Nationalparks niederbrannt waren, ermittelte die Polizei die Urheber des Feuers. Ein 81-jähriger Mann und sein 48 Jahre alter Sohn hatten einen Grill unbeaufsichtigt gelassen. In der Gegend von Leon verursachte ein Waldbrand Schäden am archäologischen Park "Las Medulas", der vor zwei Jahren von der Uno-Kulturorganisation UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden war.