Spanien: Zahl der Todesopfer steigt auf 41 - DER SPIEGEL
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Spanien Zahl der Todesopfer steigt auf 41

Es ist das schwerste U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens. Zwei Waggons der Linie 1 sind in Valencia aus den Gleisen gesprungen. Zunächst war von 37 Todesopfern die Rede. In der Nacht erlagen aber vier weitere Menschen ihren Verletzungen, darunter auch der Lokführer.
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Valencia - Von der Aussage des Fahrers hatten sich die Ermittler Anhaltspunkte zur Unglücksursache erhofft. Wie die Behörden mitteilten, wurden bei dem Unglück insgesamt 41 Menschen getötet und 47 verletzt.

Unter den Toten sind 30 Frauen. Bis zum frühen Morgen seien bis auf eine Frau alle Todesopfer identifiziert worden, so die Polizei. Von den Verletzten lagen zwölf noch im Krankenhaus, bei zweien sei der Zustand weiter kritisch.

Als nächstes würden die Bergungsteams versuchen, die U-Bahn von den Gleisen zu heben, teilte Justizministerin Rosa Sanchez mit. Es sei nicht auszuschließen, dass dabei noch weitere Tote gefunden würden.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der mit rund 150 Fahrgästen besetzte Zug der Linie 1 in einem Tunnel mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Jesus-Station im Südwesten Valencias zugerast. In einer Kurve sprangen zwei Waggons aus den Schienen und stürzten um. Anscheinend sei der Zug vor der Station schneller geworden, statt abzubremsen, meldete der Rundfunk. Einen Terroranschlag schloss die Polizei aus.

Für heute Abend ist in der Kathedrale von Valencia eine Trauerfeier für die Opfer geplant, zu der auch König Juan Carlos und Königin Sofía erwartet werden. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero brach wegen des Unglücks einen Indien-Besuch ab und wird ebenfalls an der Trauerfeier teilnehmen. Die Regierung der Region Valencia kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sandte Zapatero ein Beileidstelegramm.

Die U-Bahn-Linie, auf der das Unglück geschah, ist die älteste der vor 18 Jahren eröffneten Metro Valencias. Im September waren bei einem Zusammenstoß zweier U-Bahn-Züge auf derselben Linie 35 Menschen verletzt worden. Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass der Unglückszug erst vor wenigen Tagen überholt worden sei. Außerdem sei das Metro-Netz kürzlich für fast 130 Millionen Euro modernisiert worden. Die Gewerkschaften erklärten dagegen, das 150 Kilometer umfassende Schienennetz sei veraltet und werde nicht ausreichend gewartet.

Der Unfall geschah fünf Tage vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in der ostspanischen Hafenstadt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche kommt am Samstag zum 5. katholischen Weltfamilientreffen, das derzeit in Valencia stattfindet.

Zehntausende Pilger aus aller Welt sind bereits dort eingetroffen. An der Papst-Visite werde sich nichts ändern, hieß es. Zu dem Gottesdienst am Sonntag werden bis zu 1,5 Millionen Menschen erwartet.

aki/dpa/AP

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