Spanische Prinzenhochzeit: Madrid wird zur Festung - DER SPIEGEL
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Spanische Prinzenhochzeit Madrid wird zur Festung

Mit dem größten Sicherheitsaufgebot in seiner Geschichte rüstet sich Spanien für die Prinzenhochzeit. Während der Zeremonie wachen 24.000 Polizisten am Boden. Kampfflugzeuge sichern den Himmel über Madrid.
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Madrid - Der Luftraum über der spanischen Hauptstadt wird für die Dauer der Hochzeitsfeier gesperrt, Linienmaschinen werden durch Luftkorridore geschleust. Eine "Awacs"-Aufklärungsmaschine der Nato und mehrere F-18-Kampflugzeuge sollen mögliche Anschläge aus der Luft verhindern, wenn sich Kronprinz Felipe und seine Braut, die Journalistin Letizia Ortiz, in der Almudena-Kathedrale das Jawort geben.

Erst vor zwei Tagen hatten mehrere Flugzeugdiebstähle die spanische Polizei alarmiert. Nach Aussagen eines Flugplatzdirektors waren auf über zehn Flugplätzen Ultraleichtflugzeuge verschwunden. Die Nachricht hatte die Befürchtung genährt, dass Terroristen möglicherweise die Hochzeitsfeiern aus der Luft angreifen wollten. Nach Angaben von Ermittlern könnten die Diebstähle aber auch die Tat von Schmugglern sein.

Zur Hochzeit Kontrollen an der Grenze

Auch am Boden laufen die Sicherheitskontrollen auf Hochtouren: Schon eine Woche vor der eigentlichen Feier hat Spanien das Schengener Abkommen ausgesetzt und vorübergehend wieder Grenzkontrollen eingeführt.

Nach den Attentaten vom 11. März mit 191 Toten wollen Spaniens Behörden jedes noch so kleine Risiko ausschließen. In den vergangenen Tagen hatten Polizeibeamte in Madrid Tausende von Wohnungen, U-Bahn-Tunneln und Abwasserkanälen inspiziert. In der Innenstadt wurden Gullydeckel versiegelt, Papierkörbe entfernt und Autos abgeschleppt.

Am Tag der Vermählung werden die Sicherheitsmaßnahmen noch weiter verschärft. Mehrere U-Bahn-Stationen im Stadtzentrum werden während der Zeremonie geschlossen. Entlang der Route des Hochzeitszuges werden 200 Scharfschützen der Polizei die Hausdächer besetzen.

Innenstadt abgeriegelt

Angesichts des nahenden Jubelfestes kümmern sich die Madrilenen dagegen wenig um die Beschränkungen. Mehr als 250.000 Hauptstädter strömten gestern Nacht ins Stadtzentrum, um die Lichteffekte zu bestaunen, die die Stadt für die Prinzenhochzeit an mehreren wichtigen Gebäuden installiert hat.

Die Ordnungshüter zeigten sich durch den nächtlichen Volksauflauf überfordert: Der Verkehr in der völlig verstopften Innenstadt kam zeitweilig zum Erliegen, die Polizei musste einige Straßen völlig sperren. Rund 50 Menschen mussten nach Angaben der Rettungsdienste behandelt werden, weil sie in dem Gedränge gestürzt oder in Panik geraten waren.

Das Chaos gibt einen Vorgeschmack davon, was dem Sicherheitspersonal am Samstag droht: Zur Hochzeit werden in der Hauptstadt über eine Million Schaulustige erwartet.