Spionage-Tricks: Nazi-Botschaften in Modezeichnungen - DER SPIEGEL
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Spionage-Tricks Nazi-Botschaften in Modezeichnungen

Deutsche Agenten waren im Zweiten Weltkrieg äußerst erfinderisch, wenn es darum ging, Botschaften am Feind vorbeizuschleusen. Wie nun veröffentlichte Dokumente zeigen, dienten ihnen auch Modezeichnungen, Notenblätter und Schachbücher als Tarnung.
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Hamburg - Sie sehen aus wie ganz gewöhnliche Modezeichnungen. Doch die Stickereien und Muster haben es buchstäblich in sich. Die Punkte und Striche der Entwürfe dienten als verschlüsselte Morse-Elemente. Das geht aus Dokumenten hervor, die das britische Nationalarchiv heute veröffentlichte. "Massive Feindverstärkungen werden stündlich erwartet", lautete eine codierte Botschaft, die deutsche Agenten in den Zeichnungen versteckten.

Ferner benutzten die Spione unsichtbare Tinten, um Informationen über Truppenbewegungen, Luftangriffe oder den Schiffbau weiterzugeben. Andere stachen dagegen mit Nadeln ihre Botschaften in Briefe. Die Nazi-Agenten benutzten geheime Alphabete, die nur entschlüsselt werden konnten, indem die jeweils ersten Buchstaben der Wörter aneinandergereiht wurden.

Erst die Gefangennahme zweier deutscher Agenten half den Briten 1942, zwei der Codes zu knacken. Bis dahin hatte sich die Abwehr vergebens bemüht, die Geheimnisse zu entschlüsseln, was der damalige Abwehrchef David Petrie als "etwas beunruhigend" bezeichnete. Laut Angaben von CNN entwickelten die Geheimdienste im Laufe des Krieges schließlich Möglichkeiten, verdächtige Briefe aus dem Verkehr zu ziehen. So galten ausschweifende Texte ohne erkennbaren Zusammenhang und lange Zahlenreihen ebenso als verdächtig wie besonders ungewöhnliche Formulierungen, die darauf hindeuteten, dass die Sätze umgestellt waren, um einer bestimmten Vorlage von Codes zu genügen.

han/reuters