Sri Lanka Dutzende Menschen sterben bei Explosion
Colombo - Bei der Explosion eines mit Industriesprengstoff beladenen Lastwagens sind im Osten Sri Lankas mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden verletzt. Ein Armeesprecher hatte die Zahl der Toten zunächst mit mehr als 60 angegeben.
Den Angaben zufolge detonierte das Fahrzeug in einer Polizeistation westlich der Hafenstadt Batticaloa, wo Mitarbeiter einer chinesischen Firma den für den Straßenbau bestimmten Sprengstoff abholen wollten. Wie Augenzeugen berichteten, wurde das Gebäude durch die Wucht der Explosion vollständig zerstört.
Die örtliche Polizei ging von einem Unfall aus. Spezialisten der Kriminalpolizei aus Colombo sollen in den nächsten Tagen die genaue Unglücksursache ermitteln.
Chinesische Baufirmen sind an zahlreichen Projekten im Osten und Norden Sri Lankas beteiligt, wo die Regierung nach Ende des Bürgerkriegs gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Mai 2009 in den Aufbau der Infrastruktur investiert.
Der Vorfall ereignete sich im rund 50 Kilometer von der Hafenstadt Batticaloa gelegenen Karayinadaru. Der Ort liegt in einer Gegend, die bis vor drei Jahren noch von Tamilen-Rebellen kontrolliert wurde, die zahlreiche Anschläge verübten.
Zudem kommt es in der Region immer wieder zu Zusammenstößen bewaffneter Gruppen. Auslöser sind häufig Streitigkeiten über Ländereien. Daher dürfte es nicht lange dauern, bis Zweifel an der Darstellung des Militärs laut werden, es habe sich um einen Unfall gehandelt.
Die Armee hatte 2007 die Kontrolle über den Osten des Landes übernommen. Der Kampf gegen die Rebellen ging allerdings noch bis Mai vergangenen Jahres weiter. Damals zerschlug das Militär die Rebellenorganisation und tötete die Anführer.