Staatsanwalt Jackson machte sein Opfer mit Drinks gefügig
Santa Maria - Staatsanwalt Gordon Auchincloss sagte am Dienstag bei einer Anhörung, der 45-jährige Sänger habe seine rund 160 Kilometer südlich von Los Angeles gelegene Ranch Neverland in einen enormen Erholungs- und Freizeitpark umgestaltet, um Kinder anzulocken.
Damit gingen die Ankläger tiefer ins Detail als bisher in dem Fall. Nach den Worten des Staatsanwalts hat Jackson den Teenager in Neverland verführt, nachdem der Junge vor zwei Jahren mit Jackson Hand in Hand in einer umstrittenen Dokumentation des britischen Fernsehens aufgetreten sei.
In dem Film hatte Jackson gesagt, er sehe nichts Falsches darin, sein Schlafzimmer mit Kindern zu teilen, die auf Neverland übernachteten. Diese Aussage hatte weltweit Empörung ausgelöst. Auchincloss zufolge löste der Dokumentarfilm eine Krise im Jackson-Lager aus. Daraufhin habe Jackson den Jungen und dessen Familie so zu manipulieren versucht, dass sie den Entertainer bei einer Pressekonferenz loben sollten.
Dokumentarfilm ließ Jacksons Welt einstürzen
"Jackson fühlte, dass es helfen würde, die Empörung einzudämmen, wenn er den Jungen filmen konnte, wie er ihn selbst als wundervollen Menschen beschreibt. Der Dokumentarfilm brachte Jacksons Welt zum Einstürzen", sagte der Staatsanwalt. Jackson habe den Jungen und dessen Familie auf seine Ranch gelockt. Dort habe er dem Teenager Alkohol gegeben und ihn auf diesem Wege dazu verführt, mit ihm zu schlafen.
Die Verteidiger Jacksons taten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als lächerlich ab. Anwalt Thomas Masereau sagte, die Geschworenen würden diesen Fall lachend abweisen. Er warf der Staatsanwaltschaft vor, Zeugen eingeschüchtert und ungeeignete Expertengutachten verwendet zu haben.
Die Verteidiger beantragten einen Aufschub des Prozessbeginns um wenigstens vier Monate. Damit müsste sich der Sänger möglicherweise erst im Januar 2005 vor dem Superior Court in Santa Maria verantworten und nicht, wie bisher geplant, schon am 13. September. Eine Entscheidung von Richter Rodney Melville stand am Dienstag noch aus.