Star Wars-Fans besuchen Sammlung auf "Rancho Obi-Wan" - DER SPIEGEL
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Star-Wars-Devotionalien: Willkommen auf der "Rancho Obi-Wan"

Foto: Josh Edelson / AFP

Weltgrößte "Star Wars"-Sammlung Die Macht erwacht im Hühnerstall

Uniformen, Laserschwerter, Frühstücksflocken: Auf einer Ranch in Kalifornien hat Steve Sansweet Hunderttausende "Star Wars"-Devotionalien angehäuft. Fans pilgern in die umgebauten Hühnerställe, um Obi-Wan Kenobi oder Darth Vader zu huldigen.
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Steve Sansweet ist der Herr über "Rancho Obi-Wan": Im kalifornischen Petaluma hat der 70-Jährige in ehemaligen Hühnerställen 350.000 "Star Wars"-Kultgegenstände ausgestellt.

Nichts weist am Rand der Ortschaft Petaluma darauf hin, dass sich hier die wohl weltgrößte Sammlung dieser Art verbirgt. Das Museum der Sternenkrieger liegt eine gute Autostunde nördlich von San Francisco. Ein Schild sucht man vergeblich, doch Fans erkennen gleich, dass sie am richtigen Ort sind: Das Metallgitter in der Einfahrt zeigt das Gesicht des Jedi-Meisters Obi-Wan Kenobi.

Sansweet empfängt seine Besucher im T-Shirt mit dem Trööpermeister-Logo, eine Wortschöpfung aus Stormtrooper und Jägermeister. Ja, er sei besessen von "Star Wars", räumt er ein. Im Alter von 31 Jahren packte ihn das "Krieg der Sterne"-Fieber. Sein erstes Sammlerstück war demnach eine Werbebroschüre für den Film, die er in Los Angeles aus einem Papierkorb im "Wall Street Journal"-Büro fischte.

"Es ist nicht bloß ein Film, 'Star Wars' ist ein kulturelles Phänomen", sagt Sansweet. Manche machten sich lustig über schlechte Schauspielkunst und simple Dialoge, aber die Saga habe schließlich Millionen Männer und Frauen in der ganzen Welt begeistert. "Es sind die Charaktere, das Gute gegen das Böse, der Vater-Sohn-Konflikt, der Humor und die Spezialeffekte."

Bereits im Jahr 2013 bestätigten die Macher des Guinness-Buchs der Rekorde, dass Sansweet mit mehr als 90.000 katalogisierten Objekten die weltgrößte Star-Wars-Sammlung besitze. Doch dem Schöpfer des Imperiums zufolge sind es mehr - viel mehr: 350.000 Actionfiguren, Filmrequisiten, Plakate, Kostüme und Spielzeuge aus aller Welt sollen in seinem Stall stehen. Sie wurden von Fans gebastelt, vom George-Lucas-Imperium produziert, aus Mülltonnen gefischt oder auf Sammlermessen teuer ersteigert.

Raritäten und Storm-Pooper-Klopapier

Auf den drei bis vier Stunden langen Führungen teilt Sansweet sein unerschöpfliches Wissen mit den Fans. Er erzählt Anekdoten, vermittelt Fachwissen und verrät Insidergeschichten. Besonders stolz ist er auf ein Stück des "Millennium Falken"-Originals von den Dreharbeiten zu "Das Imperium schlägt zurück". Weltweit gebe es davon nur etwa zehn Exemplare.

Eine seltene Jawa-Actionfigur aus dem Jahr 1978, die er einst für 45 Dollar erstand, ist jetzt Tausende Dollar wert. Stolz zeigt Sansweet "Star Wars"-Schultüten "Made in Germany", den R2D2-Kühlschrank aus Japan, Jar-Jar-Binks-Lutscher, Darth-Vader-Kostüme, Lichtschwerter und Yoda-Porzellanpuppen.

Die Tour führt durch ein Badezimmer mit Star-Wars-Zahnbürsten und Storm-Pooper-Klopapier. Durch eine Bibliothek mit Zigtausend Büchern in 34 Sprachen, darunter Exemplare aus der Mongolei und in Blindenschrift. Sansweet selbst hat 17 "Star Wars"-Bücher geschrieben. Die nächste Tür führt in ein riesiges Lager mit vollgepackten Regalen. Auf die Besucher wartet noch eine "Schatzkammer" und eine Halle mit Kunstwerken und Requisiten.

Der 70-jährige Sansweet war lange Journalist, doch dann machte er sein Hobby zum Beruf. 1996 zog er nach Nordkalifornien und heuerte bei Lucasfilm als Marketingchef und als Leiter der Fanbetreuung an. 15 Jahre lang wirkte er im engen Kreis um "Star Wars"-Schöpfer George Lucas.

Sansweet kann es kaum erwarten, Mitte Dezember den neuen Film "Star Wars: Das Erwachen der Macht" zu sehen. Natürlich hat er schon eine passende Devotionalie in seiner Sammlung: eine Schirmmütze vom Set, handsigniert von Regisseur J.J. Abrams und Stars wie Harrison Ford und Mark Hamill. Der siebte Teil der Saga hat in den USA schon im Ticket-Vorverkauf mit mehr als 50 Millionen Dollar einen Rekord aufgestellt.

Mit weiteren Folgen der "Star Wars"-Saga ist auch der Besucherstrom auf der Obi-Wan-Ranch gesichert. Die Privatführungen, im Schnitt zwei pro Monat, sind schnell ausgebucht. Er habe auch schon viele begeisterte Fans aus Deutschland empfangen, erzählt Sansweet. Nur auf einen speziellen Gast wartet er noch: "George Lucas haben wir natürlich eingeladen. Er wird eines Tages bestimmt vorbeischauen."

Barbara Munker, dpa/ala