Stasi-Alarm: Ingo Dubinski wurde als IM geführt - DER SPIEGEL
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Stasi-Alarm Ingo Dubinski wurde als IM geführt

Showmaster und Moderator Ingo Dubinski ist nach Angaben der Gauck-Behörde als Inoffizieller Mitarbeiter bei der Stasi registriert gewesen. Der MDR hat Dubinski inzwischen aus dem Programm genommen.
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Leipzig - "Wir haben Unterlagen zur Verfügung gestellt, aus denen hervorgeht, dass Ingo Dubinski als Inoffizieller Mitarbeiter geführt wurde", bestätigte eine Sprecherin der Berliner Gauck-Behörde. Das Stasi-Problem im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) reicht damit bis in die ARD hinein.

In einer ersten Reaktion hat der MDR den 37-jährigen Moderator vorerst vom Bildschirm genommen. "Bis zur Klärung der Vorwürfe wird er seine Reisesendung nicht mehr machen", sagte MDR-Sprecher Eric Markuse. Dubinski moderiert seit 1992 die fünfmal im Jahr ausgestrahlte Sendereihe "Mit Dubinski reisen". Der Berliner gehört zu den freien Mitarbeitern des Senders, die nun in einer zweiten Stasi-Überprüfung ihre Akten selbst anfordern müssen. "Wir haben keine Unterlagen von ihm, werden uns die Akte aber jetzt schnellstens besorgen", sagte Markuse. Die Sache werde geprüft.

Auch der Südwestrundfunk (SWR), für den Dubinski die "Wunschbox" moderiert, will den Fall "sorgfältig" prüfen und "schnell eine Entscheidung treffen", sagte SWR-Sprecher Claus Schneggenburger. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wird nach einer internen Beratung entscheiden, ob Dubinski wie geplant am 8. September seine erste Samstagabend-Show "Das Lied zum Glück" für die ARD-Fernsehlotterie präsentieren darf. "Wir beraten und reagieren", sagte der zuständige NDR-Redakteur Wolfgang Brackhahn.

Dubinski war "Diplomat"

Dubinski habe sich 1983 während seiner Armeezeit gleich zweimal handschriftlich verpflichtet, schreibt die "Mitteldeutsche Zeitung" unter Berufung auf die ihr vorliegende Stasi-Akte. In der ersten Erklärung habe er zugesichert, Informationen über einen kirchlich engagierten Soldaten zu liefern. Das zweite Mal habe er sich den Decknamen "Diplomat" gewählt. In den Berichten und während seiner Treffen mit dem MfS hat Dubinski laut "MZ"-Bericht intensiv personenbezogene Informationen über den Soldaten geliefert. Zudem habe er den Spind seines Kameraden durchsucht, über den Inhalt berichtet und kirchliches Material übergeben.

Die Stasi habe die Zusammenarbeit mit Dubinski eingestellt, weil er sich gegen ein vorgesehenes außenpolitisches Studium in Moskau entschied. 1988 unterlag er jedoch erneut einem Erfassungsverhältnis, diesmal durch die für Militärspionage im westlichen Ausland zuständige Abteilung IV der Hauptabteilung Aufklärung, schreibt das Blatt. "Wenn die Vorwürfe stimmen, dann wird er für uns nicht mehr arbeiten", sagte MDR-Sprecher Markuse. Für den SWR ist es der erste Stasi-Fall, für den MDR ein neuer Name in einer ganzen Reihe.

So hatte der MDR erst am Dienstag mit Hendrik Petzold einen weiteren Fernsehmoderator wegen Stasi-Kontakten vom Bildschirm genommen. Der Fall des freien Mitarbeiters und Moderators des Magazins "Mach Dich ran" wird geprüft. Zuvor mussten auch die beliebten Moderatoren Frank Liehr und Oliver Nix gehen. Seit Anfang des Jahres werden alle rund 2000 MDR-Angestellten per Regelanfrage bei der Beauftragten für die Stasi-Unterlagen auf Verstrickungen in das Spitzelsystem überprüft. Von den mehreren hundert festen freien Mitarbeitern erwartet der Sender, dass sie ihre Überprüfung selbst veranlassen.