Stasi-Kontakte "Super Illu"-Vizechefin gefeuert
Berlin - Chefredakteur Jochen Wolff bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt". Danach soll Stechel von 1986 bis 1989 als IM "Anne" während ihres Journalistik-Studiums für die Stasi gearbeitet haben. Als Konsequenz aus dem Vorgang sollen jetzt laut Wolf auch bei den anderen leitenden Redakteuren Auskünfte von der Stasi-Unterlagenbehörde eingeholt werden.
Am 4. August 1986 hatte Stechel eine Verpflichtung unterschrieben, Mielkes Staatssicherheitsdienst Informationen über Studenten an der Leipziger Karl-Marx-Universität zu liefern. "Der Welt" liegt die IM-Akte vor, in der ein MfS-Führungsoffizier Stechel lobt, "Anne" sei in der Lage, eine gute Arbeit für die MfS zu leisten.
Nun soll die Gauck-Behörde alle leitenden Redakteure der "Super Illu" auf ihre Stasi-Vergangenheit überprüfen. Die Zeitung zitiert Chefredakteur Jochen Wolff: "In einem Blatt, das politische Themen behandelt, sind Stasi-Leute nicht tragbar." Diese Haltung kommt einer Kurskorrektur des Blattes gleich. Das Bürgerkomitee Leipzig teilte mit, in der Stasi-Debatte um den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) habe die "Super Illu" "ungewöhnlich starkes Verständnis" für ehemalige IM gezeigt.
Die "Super Illu" gehört zum Münchner Burda-Konzern. Mit mehr als 600.000 verkaufter Auflage gehört sie zu den einflussreichsten Blättern im Osten Deutschlands.