Statistik: Weniger Selbstmorde in Deutschland - DER SPIEGEL
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Statistik Weniger Selbstmorde in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen sich 1998 in Deutschland 11.648 Menschen das Leben. Damit konnte erstmals seit der Wende eine rückläufige Tendenz verzeichnet werden.
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Wiesbaden - Auch die Häufigkeit der Selbstmorde pro 100.000 Einwohner erreichte 1998 den niedrigsten Stand seit Beginn der gemeinsamen Statistik aller 16 Bundesländer. Nahmen sich 1990 durchschnittlich 17,5 Menschen pro 100.000 Einwohner das Leben, waren es 1998 noch 13,9.

Besonders stark war der Rückgang sowohl der absoluten Zahlen als auch der Häufigkeit in den neuen Bundesländern.

Im Vergleich der Bundesländer registrierten die Statistiker 1998 die meisten Selbstmorde in Bayern mit 1942 vor Nordrhein-Westfalen mit 1900. Die wenigsten gab es im kleinsten Bundesland Saarland mit 95. In Berlin wählten 447, in Hamburg 333 und in Bremen 113 Menschen den Freitod.

Anders sieht der Ländervergleich bei der Häufigkeit der Suizide pro 100.000 Einwohner aus. Danach gab es in Hamburg 1998 mit 19,6 Selbstmorden die höchste Rate, gefolgt von 18,9 in Sachsen und 17,9 in Thüringen. Die niedrigste Zahl gab es wiederum mit 8,8 im Saarland.

1990, im Jahr der Wiedervereinigung, starben laut Statistik 13.924 Menschen von eigener Hand. 1991 brachte mit 14.011 die höchste Zahl an Selbstmorden. Einen Grund für die Veränderungen können die Statistiker nicht nennen.

Nach Angaben des Bundesamtes ist Selbsttötung in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache von Menschen, die jünger als 40 Jahre sind.

Wie Professor Paul Götze vom Hamburger Therapiezentrum für Suizidgefährdete erklärte, sind die Gründe für den Todeswillen vielschichtig. Auslöser seien vor allem zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen oder Tod von Bezugspersonen, berufliche Probleme, schwere Erkrankungen, Vereinsamung und Selbstwertverlust. "Suizidgefährdete brauchen viel Zeit und eine psychotherapeutische Behandlung, die den zu Grunde liegenden tieferen Ursachen auf die Spur kommt und nicht nur den aktuellen Auslöser betrachtet", meinte Götze.