Stefan Heym Tod in Giftlauge?
Das "Hamburger Abendblatt" berichtet am Dienstag unter Berufung auf zuverlässige Quellen, Heym sei ausgerutscht, im Moria-Hotel am Toten Meer in den Pool gefallen und habe Lauge geschluckt. In dem Becken habe sich Salz- und Schwefellauge des Toten Meeres befunden, die zur Rheumatherapie genutzt werde. Bislang hieß es, Heym sei an Herzversagen gestorben. Nach Bericht des Blattes war zum Zeitpunkt des Unglücks kein Bademeister anwesend. So hätten Kurgäste den 88-Jährigen aus dem Becken gezogen, ihn erstversorgt und dann einen Arzt gesucht.
Ein Zeuge habe gesehen, wie der im Wasser liegende Heym schmerzerfüllt geschrieen habe, innerhalb von 15 Minuten sei er dann gestorben. Der Arzt, der erst 20 Minuten nach dem Unglück eingetroffen sein soll und den Tod des Schriftstellers feststellte, habe erklärte, das Wasser des Toten Meeres sei so aggressiv, dass es wie Gift in der Lunge wirke. Die Lungenbläschen "explodierten", auch die anderen Körperfunktionen setzten bei Kontakt mit der ätzenden Lauge aus, bis schließlich der Tod durch Herzstillstand eintrete.
Der Leichnam soll heute nach Deutschland überführt werden. Möglicherweise wird Heym auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.