Steffi Graf: Bei Aktiengeschäften zu blauäugig - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Steffi Graf Bei Aktiengeschäften zu blauäugig

Durch Anlagemauscheleien ist Steffi Graf um mehr als eine Million Mark geprellt worden. Erstmals räumte die ehemalige Tennis-Queen jetzt ein, dass sie bei den Geschäften naiv agiert habe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Sie habe sich damals am meisten über sich selbst geärgert, weil sie so gutgläubig gewesen sei, gestand Steffi Graf gegenüber dem "Handelsblatt" ein. Als sie schließlich gemerkt habe, dass mit ihrer Anlage etwas nicht stimmte, habe sie ihren US-Anlageberater Howard Weinstein mit dem Verkauf der Aktien beauftragt. Dieser habe sich jedoch geweigert, später sei das Büro geschlossen und das Geld bereits weg gewesen.

Graf bestätigte in einem Interview der Zeitung, dass sie 1996 auf enorme Gewinnversprechen des damals in New York ansässigen Weinsteins hereingefallen sei. Sie habe sich dabei allein auf Empfehlungen von Bekannten verlassen.

"Am Anfang ist die Aktie, ein ganz kleiner Wert, unheimlich nach oben gegangen. Nach zwei bis drei Monaten habe ich dann allerdings gemerkt, dass etwas nicht stimmt", beschreibt Graf ihre Erfahrungen mit den kriminellen Machenschaften des Finanzbetrügers.

Nach dem Bericht des Blattes soll der Anlageberater mit den Geldern zahlreicher argloser Investoren in kurzer Zeit die Kurse kleiner Unternehmen mit minimalen Börsenkapitalisierungen in die Höhe getrieben und die Gewinne dann selbst eingestrichen haben. Die Opfer hätten von ihrem Geld nichts mehr gesehen.

Graf agiert nach eigenen Worten jetzt an der Börse mit größerer Vorsicht: "Ich verfolge das Geschehen an den Finanzmärkten noch intensiver. Bereits Mitte letzten Jahres bin ich jedoch aus den meisten Werten ausgestiegen, aus dem Rest vor wenigen Monaten. Irgendwie hatte ich ein schlechtes Gefühl."