"Steinekiller" Motiv oft Langeweile oder Frust
Hamburg - Steine, Gullydeckel und andere Gegenstände bis hin zu Kühlschränken sind in der Vergangenheit schon mehrfach von Brücken aus auf Autos geworfen worden. Immer wieder wurden bei derartigen Attentaten Autofahrer getötet. Viele der meist jugendlichen Täter waren alkoholisiert, handelten aus Langeweile und Frust - oder um zu hören, "wie es scheppert". Ihnen drohen - je nach den Folgen ihrer Tat - zum Teil mehrjährige Gefängnisstrafen.
Das deutsche Strafrecht sieht bei "gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr" bis zu fünf Jahre Haft vor, bei nachgewiesenem Mordversuch oder Mord entsprechend mehr. So wurde ein junger Straßenwärter, der 1995 sechs Mal Gullydeckel von Brücken auf schleswig-holsteinische Straßen geworfen hatte, wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Ein 15-Jähriger, der 1993 im Ruhrgebiet einen Betonklotz auf ein Auto geschleudert hatte, wurde wegen Mordes zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt - ein 19 Jahre alter Auto-Insasse war bei dem Anschlag ums Leben gekommen.
Zu verhindern sind derartige Angriffe auf Autofahrer - auch wegen der Länge des Autobahn- und Straßennetzes - nicht. Viele Taten werden im Schutz der Dunkelheit und von verborgenen Stellen aus verübt.
In Italien gab es vor einigen Jahren eine Serie von Anschlägen durch so genannte "Steinekiller". Die Regierung erwog 1997 sogar, zum Schutz der Autofahrer Soldaten auf Überführungen zu postieren. Die Steinewerfer waren überwiegend Jugendliche, die aus einem als problematisch eingeschätzten Umfeld stammten.