Sterbehilfe: Zum Freitod in die Schweiz - DER SPIEGEL
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Sterbehilfe Zum Freitod in die Schweiz

Ein todkranker Brite will in der Schweiz unter ärztlicher Aufsicht seinem Leben ein Ende bereiten. Am Montag bereitete er alles für seine Abreise vor. Sterbehelfer ist die Agentur Dignitas, die unheilbar Kranken bei der Beendigung ihres Lebens hilft.
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London - Durch eine Gesetzeslücke ist es in der Schweiz ausgebildeten Beratern möglich, Menschen in den Freitod zu begleiten. Sie dürfen für sterbewillige Kranke tödliche Medikamentendosen vorbereiten. Ludwig Minelli, Gründer und Generalsekretär von Dignitas, sagte, Crew und seine Frau würden am Montag in Zürich erwartet. Noch am selben Tag solle Crew, der an einer neuromuskulären Krankheit leidet, die tödlichen Medikamente bekommen: "Unsere Klienten sind in einem schlechten Zustand und wollen keine Nacht mehr in einem fremden Bett verbringen", so Minelli. Die Medikamentenlösung besteht aus Natrium-Pentobarbital, das in Wasser aufgelöst wird. "Das wirkt schnell, sicher und schmerzlos", sagte Minelli der "Stuttgarter Zeitung".

Der 74 Jahre alte Crew erklärte schon im Dezember, der Freitod sei sein einziger Ausweg. Allein das morgendliche Aufstehen bereite ihm ungeheure Anstrengungen. "Ich will einfach von dieser Welt genommen werden", so Crew.

Crew ist Medienberichten zufolge der zweite Brite, der sich mit Hilfe von Dignitas das Leben nähme. Im Oktober nahm ein 77 Jahre alter Mann mit Kehlkopfkrebs eine tödliche Medikamentendosis ein. Die Schweizer Agentur hat auch 950 deutsche Mitglieder in ihrer Kartei - die größte Gruppe bei Dignitas. Viele von ihnen sind Kandidaten für die Dienste der Suizidfirma.

Die Züricher Staatsanwaltschaft steht dagegen im Konflikt mit Dignitas. Nach jedem Suizid muss sie prüfen, ob ein Delikt vorliegt. Bisher ist aber noch keine Anklageschrift verfasst worden.